Preußische Ansprüche auf Teile Schlesiens: 1. Das Fürstentum Jägerndorf war 1523 von der Ansbacher Linie des Hauses Hohenzollern erworben, später (1596) mit Brandenburg vereinigt, aber Fürst Johann Georg wurde 1621 als Anhänger Friedrichs V. von der Pfalz von Kaiser Ferdinand II. in die Acht erklärt und vertrieben (S. 253 f.). 2. Mit dem Herzog von Liegnitz, Brieg und Wohlau hatte Kurfürst Joachim II. 1537 eine Erbverbrüderung geschlossen, der jedoch Ferdinand I. als König von Böhmen und Oberlehnsherr widersprochen hatte. Nach dem Aussterben des herzoglichen Hauses der Piasten 1675 setzte sich Österreich in den Besitz ihrer Länder. 1686 entsagte Kurfürst Friedrich Wilhelm den schlesischen Herzogtümern gegen Abtretung des Schwiebuser Kreises und Erteilung einer Anwartschaft auf Ostfriesland. Der Schwiebuser Kreis ward aber Österreich in einem geheimen Vertrag mit dem Kurprinzen wieder zugesichert und von diesem (als Kurfürst Friedrich III.) 1695 wieder zurückgegeben.
1740. (Dez.)
Friedrich besetzt einen großen Teil Schlesiens.
1741.
Einzug Friedrichs in Breslau (3. Jan.), Erstürmung der Festung Glogau (9. März, Erbprinz Leopold von Dessau). Sieg bei Mollwitz (10. April, Feldmarschall Schwerin) über ein österreichisches Heer unter Neipperg, welches aber ungehindert aus Schlesien abzieht. Bündnis mit Frankreich (5. Juni).
Franzosen und Bayern rücken in Österreich ein und besetzen Linz (15. Sept.); Maria Theresia ruft in Preßburg die Hilfe des ungarischen Adels an und läßt durch Neipperg zu Klein-Schnellendorf einen Waffenstillstand mit Preußen schließen (9. Okt.), indem sie Niederschlesien aufgibt. Die Franzosen, Bayern und Sachsen erobern Prag (16. Nov.); Karl Albert läßt sich als König von Böhmen huldigen, wird bald darauf in Frankfurt als
1742–1745.
Karl VII. zum deutschen Kaiser gewählt.
1742.
Die Österreicher rücken in Bayern, die Preußen in Mähren ein. Friedrichs Sieg bei Chotusitz und Czaslau (17. Mai) führt zu dem