Friedrich rückt mit Truppen in Böhmen ein; es kommt zu keiner Schlacht.
1779.
Friede zu Teschen: Österreich behält von Bayern nur das Innviertel und willigt in die künftige (1791 erfolgte) Vereinigung der Markgrafschaften Ansbach und Baireuth mit der preußischen Monarchie. Bayern und Pfalz (mit Jülich und Berg, s. S. 252, 279) bleiben vereinigt.
1780–1790.
Joseph II. in Österreich. Auf die durch manche Verbesserungen der Verwaltung für Österreich segensreiche Regierung Maria Theresias (S. 285) folgt das stürmische Vorgehen Josephs. Von dem Ideal eines starken Einheitsstaates erfüllt, strebt er danach, die Macht der bevorrechtigten Stände (Geistlichkeit und Adel) zu brechen, alle provinzielle Selbständigkeit zu beseitigen und Einheit der Verwaltung (Zentralisation) herzustellen. Die deutsche Sprache auch in Ungarn als Amtssprache eingeführt.
1781.
Toleranzedikt zu Gunsten der nicht katholischen Untertanen. Über 700 Klöster aufgehoben, für die noch verbleibenden (mehr als 1300) Staatsaufsicht vorgeschrieben. Beschränkung des Verkehrs der Geistlichkeit mit Rom; der Besuch des jesuitischen Collegium germanicum in Rom verboten (Jesuitenorden 1773 durch Papst Clemens XIV. aufgehoben); landesherrliches Placet für die päpstlichen Erlasse eingeführt. Vergebliche Reise des Papstes Pius VI. nach Wien 1782, um diese Neuerungen abzuwenden.
Aufhebung der Leibeigenschaft, doch bleiben noch manche Dienstverpflichtungen der Bauern bestehen. Reform des Gerichtswesens.
1785.
Kaiser Josephs Plan eines Ländertausches, wonach Karl Theodor ganz Bayern an Österreich abtreten und dafür die österreichischen Niederlande (Belgien) außer Luxemburg und Namur als Königreich Burgund erhalten soll. Frankreich verhält sich gleichgültig, Rußland sucht durch Zureden und Drohungen den bayrischen Thronerben, den Herzog Karl von Pfalz-Zweibrücken, zur Einwilligung zu bewegen. Dieser wendet sich um Hilfe an Friedrich den Großen, welcher noch ein Jahr vor seinem Tode († 1786, 17. Aug.), den