Durch die Eroberung von Schlesien, die Erwerbung Westpreußens bei der ersten polnischen Teilung (S. 296), — Friedrich nennt sich seitdem König von Preußen — und die Aufrechterhaltung des deutschen Reichssystems gegen die Bestrebungen Kaiser Josephs II. (S. 290f.) wird Preußen eine europäische Großmacht. Alle Welt bewunderte das Resultat, aber das preußische Staatswesen besaß bereits nicht mehr die Zuneigung der Zeitgenossen. — Friedrichs Fürsorge für sein Land, s. Anhang.
1765–1790.
Joseph II., deutscher Kaiser, für die österreichischen Länder bis 1780 nur Mitregent seiner Mutter Maria Theresia und wie sein Vater ohne bedeutenden Einfluß auf die innere Regierung.
1767.
Versuch einer Reform des Reichskammergerichts zu Wetzlar.
1769.
Zusammenkunft mit Friedrich II. in Neiße, der 1770 ein Gegenbesuch in Mährisch-Neustadt folgt.
1778–1779.
Bayrischer Erbfolgekrieg. Veranlassung: Aussterben der bayrischen Kurlinie mit Max Joseph (1777). Karl Theodor, 1743–1799 (S. 279), Kurfürst von der Pfalz und Herzog von Jülich und Berg, als Haupt der älteren Linie des Hauses Wittelsbach (vgl. S. 186) rechtmäßiger Erbe der bayrischen Länder, läßt sich von Kaiser Joseph II. bewegen, alte Ansprüche Österreichs auf Niederbayern und auf Teile der Oberpfalz anzuerkennen.
Vertrag zu Wien (1778, Januar). Besetzung von Niederbayern durch österreichische Truppen. Karl Theodor war kinderlos; mit seinem Erben, dem Herzog Karl von Pfalz-Zweibrücken, tritt Friedrich der Große in Verbindung und ermutigt ihn zum Widerstande gegen die österreichischen Ansprüche.