§ 10. Südeuropa.

Portugal, unter den ersten Königen aus dem Hause Braganza (S. 245) wieder zu einiger Macht gelangt, seit dem Besitz Brasiliens 1500 (S. 222) als Kolonialmacht nicht unbedeutend, gerät durch einen 1703 geschlossenen Handelsvertrag in Abhängigkeit von England. Große Macht der Geistlichkeit unter Johann V. (1706–1750); wohltätige Reformen unter Joseph I. (1750–1777) durch den Minister Carvalho, Marquis von Pombal.

1755. 1. Nov.

Lissabon durch Erdbeben größtenteils zerstört, Pombal sorgt für die Wiederherstellung.

1759.

Vertreibung der Jesuiten infolge eines Mordversuchs gegen den König.

1762–1763.

Im Bunde mit England Krieg gegen Spanien. Pombal beruft den Grafen Wilhelm von Schaumburg-Lippe nach Portugal. Dieser organisiert Heer und Flotte. Im Frieden von Paris 1763 gibt Spanien die eroberten Plätze zurück.

Unter der Königin Maria, der Tochter Josephs I. (1777 bis 1792), Wiederherstellung der geistlichen Macht, Pombal vor Gericht gestellt, aber begnadigt, † 1782.

Spanien, seit 1701 unter Königen aus dem Hause Bourbon (S. 274), in der auswärtigen Politik mit Frankreich verbündet, gelangt nicht wieder zu seiner früheren Machtstellung. Unter Karl III. (1759–1788) Reformen des Ministers Aranda, welcher 1767 die Jesuiten vertreibt.