Sardinien, Königreich seit 1720 (S. 278), tritt unter Karl Emanuel I. (1730–1773) im Polnischen Thronfolgekrieg kriegerisch gegen, im Österreichischen Erbfolgekrieg für Österreich auf, erwirbt 1748 durch den Frieden zu Aachen (S. 284), einen Teil des Herzogtums Mailand.

Die Republik Genua hat fortdauernd ihre Unabhängigkeit gegen mächtige Nachbarn (Savoyen, Frankreich, Österreich) zu verteidigen. Die Bewohner der seit Ende des 11. Jahrh. von den Pisanern und Genuesen umstrittenen Insel Korsika, seit 1300 unter genuesischer Herrschaft, empören sich 1729. Nach wechselvollem Kampfe, wobei ein deutscher Abenteurer, Baron Neuhof aus Westfalen, kurze Zeit als König Theodor I. von Korsika auftritt (1736), ruft Genua Frankreichs Hilfe an; die Insel wird 1739 unterworfen. Doch bald neue Kämpfe, seit 1755 Pasquale Paoli an der Spitze. Genua tritt 1768 die Insel an Frankreich ab; Paoli flieht 1769 nach England, versucht 1790–1796 nochmals Korsika zu befreien, † in England 1807.

Venedig kann die frühere Blüte nicht wieder erreichen, doch werden noch ruhmvolle Kriege gegen die Türken geführt:

1645–1669.

Krieg um Kandia (Kreta); die Türken mehrmals von der venetianischen Flotte besiegt; trotz tapferer Verteidigung, welche Morosini leitet, endet der Krieg mit dem Verlust der Insel für Venedig.

1685–1699.

Krieg um Morea (Peloponnes). Venedig mit Kaiser Leopold I. und Polen verbündet (S. 266). Morosini, verstärkt durch deutsche Mietstruppen unter Graf Königsmark, vertreibt die Türken aus Morea, erobert 1687 Athen, bei dessen Belagerung der Mittelbau des Parthenon (S. 46) durch eine venetianische Bombe zerstört wird. Darauf zum Dogen erwählt, kehrt er 1693 auf den Kriegsschauplatz zurück, stirbt aber 1694 in Nauplia. Im Frieden zu Karlowitz (S. 266) bleibt Morea den Venetianern, welche die Halbinsel durch griechische Kolonisten neu bevölkern und bessere Verwaltung einführen.

1715.

Die Türken erobern Morea für immer (vgl. S. 278); nach dem Frieden von Passarowitz 1718 bleibt Venedig immer noch im Besitz eines ansehnlichen Festlandsgebietes (Verona, Brescia, Bergamo, Udine, Istrien, Dalmatien) und der Ionischen Inseln.

Toskana, nach dem Aussterben des Hauses Medici 1737 österreichische Sekundogenitur (S. 279), erfreut sich des Wohlstandes unter dem Großherzog Leopold (1765–1790), dem zweiten Sohne Maria Theresias und nachmaligen Kaiser Leopold II. Diesem folgt sein zweiter Sohn Ferdinand III. (1790 bis 1824).