Direktorialregierung in Frankreich.

Vergebliche Versuche, die zerrüttete Staatsordnung wieder herzustellen. Den entwerteten Assignaten immer neue hinzugefügt. Unerhörtes Raubsystem in den besetzten oder eroberten Ländern angeordnet, um Geld und Kunstschätze aller Art nach Paris zu bringen. Unterdrückung der Royalisten und der kommunistischen Verschwörung des Gracchus Babeuf (1796).

Wirkungen der französischen Revolution:

l. Frankreich ist nach dem Sturz des unbeschränkten Königtums und nach schweren inneren Kämpfen zu einer freieren, aber noch wenig befestigten Verfassung gelangt. 2. Frankreichs Eroberungslust, genährt durch die Notstände im Innern, gefährdet den Bestand des europäischen Staatensystems. 3. In den übrigen europäischen Staaten (mit Ausnahme Englands) macht sich das Streben nach Einführung freier Verfassungen geltend, doch lehren die zunächst folgenden Kriegszeiten auch den Wert einer starken Monarchie erkennen.

§ 2. Frankreichs Kriege gegen das Ausland.

1792–1797.

Erster Koalitionskrieg.

Veranlassung: Zusammenkunft des Kaisers Leopold II. und des Königs Friedrich Wilhelm II. von Preußen zu Pillnitz bei Dresden (Aug. 1791); auch Vertreter der Emigranten (S. 307) erscheinen dort. Eine gebieterische Erklärung gegen Frankreich wird beschlossen und veröffentlicht. Leopold II. ist noch um Erhaltung des Friedens bemüht, schließt aber (Febr. 1792) mit Preußen ein Verteidigungsbündnis. Sein Sohn und Nachfolger

1792–1806.

Franz II. (als Kaiser von Österreich Franz I. bis 1835) empfängt von Frankreich die Kriegserklärung (S. 310). Der erste Angriff der Franzosen auf das österreichische Belgien mißlingt. Lafayette führt seine Absicht, mit Truppen der Nordarmee dem bedrängten König Ludwig XVI. zu Hilfe zu kommen, nicht aus, wird auf der Flucht (19. Aug.) von den Österreichern ergriffen und als Gefangener nach Olmütz gebracht (1797 entlassen).