Dez.

Napoleon schließt in Posen Frieden und Bündnis mit dem Kurfürsten Friedrich August III. von Sachsen, welcher als König dem Rheinbunde beitritt. Inzwischen sind zwei russische Heere herangekommen; blutige Gefechte bei Pultusk zwischen Russen und Franzosen. Letztere beziehen Winterquartiere an der Weichsel (Napoleon 2. Jan. in Warschau), dringen dann nach Ostpreußen vor.

1807. 7. u. 8. Febr.

Schlacht bei Preußisch-Eylau. Der mörderische Kampf bleibt unentschieden, doch schlagen die Preußen (unter L’Estocq und Scharnhorst) den rechten Flügel der Franzosen zurück. Abermals Winterquartiere. König Friedrich Wilhelm III. geht mit seiner Gemahlin Luise, Prinzessin von Mecklenburg-Strelitz (geb. 1776) und seinen Kindern nach Memel

26. Mai.

Danzig nach tapferer Verteidigung (Gen. v. Kalkreuth) von den Franzosen genommen. Nach mehreren unentschiedenen Treffen siegt Napoleon in der

14. Juni.

Schlacht bei Friedland über die Russen. Königsberg und das Land bis zum Niemen von Napoleon besetzt. Waffenstillstand. Zusammenkunft Napoleons, Alexanders und Friedrich Wilhelms III. auf dem Niemen. Vergeblicher Versuch der Königin Luise, Napoleon zu milden Friedensbedingungen zu bewegen.

7. u. 9. Juli.

Friede zu Tilsit. A. Rußland erkennt 1. das Herzogtum Warschau (gebildet aus bisher preußischen Gebieten, S. 298) unter dem Könige von Sachsen an. Danzig wird freie Stadt, ein Teil von Neu-Ostpreußen (Bialystock) an Rußland abgetreten. 2. Rußland erkennt Joseph Bonaparte als König von Neapel, Louis Bonaparte als König von Holland, Jérôme Bonaparte als König des neu zu bildenden Königreichs Westfalen, ferner den Rheinbund an. 3. Es nimmt Napoleons Vermittelung zum Frieden mit den Türken an (1806 russische Kriegserklärung an die Türkei wegen Verletzung des Friedens von Jassy, S. 297), Napoleon dagegen die Vermittelung Alexanders zum Frieden mit England. In einem geheimen Artikel verpflichtet sich Alexander, falls England den Frieden nicht annimmt, zu einem Bündnis mit Frankreich gegen England B. Preußen tritt ab: a) zur freien Verfügung Napoleons alle Länder zwischen Rhein und Elbe, b) an Sachsen den Kottbuser Kreis, c) zur Bildung des Herzogtums Warschau alle nach 1772 von Polen gewonnenen Länder, auch Danzig und Gebiet. 2. Es erkennt die drei Brüder Napoleons als Könige an. 3. Alle preußischen Häfen sind bis zum Frieden mit England dem britischen Handel verschlossen. — Über die Rückgabe und Räumung der preußischen Provinzen und Festungen bestimmt der Vertrag zu Königsberg (12. Juli), daß erst alle rückständigen Kriegsentschädigungen von Preußen abgetragen werden müssen.