1806. Sept.

Zusammenziehung des preußischen Heeres in Thüringen unter Anführung des Herzogs von Braunschweig (S. 313).

10. Okt.

Die Vorhut der Preußen bei Saalfeld geschlagen, Prinz Louis Ferdinand, Neffe Friedrichs des Großen (geb. 1772), fällt. Das Hauptheer wird in der

14. Okt.

Doppelschlacht bei Jena und Auerstädt vollständig besiegt. Bei Jena kämpft Napoleon selbst gegen den Heeresteil des Fürsten Hohenlohe, bei Auerstädt Marschall Davout gegen den Herzog von Braunschweig und König Friedrich Wilhelm III. Rückzug des geschlagenen Heeres über Magdeburg; die Festung Erfurt ergibt sich am 16. Oktober. Die Reservearmee unter Prinz Eugen von Württemberg wird am 17. Oktober bei Halle von Bernadotte geschlagen. Spandau ergibt sich am 25. Oktober, am 27. zieht Napoleon in Berlin ein. Friedrich Wilhelm III. flüchtet mit der königlichen Familie über Küstrin und Graudenz nach Königsberg.

Hohenlohe kapituliert mit 10000 Mann bei Prenzlau (28. Okt.). Blücher[53] schlägt sich mit 18000 Mann durch bis Lübeck, wird dort von französischer Übermacht besiegt (6. Nov.) und ergibt sich mit dem Rest seiner Truppen (9400 Mann) bei Ratekau (7. Nov.). Sehr bald ergeben sich die Festungen Stettin, Küstrin, Magdeburg, Hameln; dagegen Kolberg (Gneisenau, Schill, Nettelbeck) und Graudenz (Courbière) halten sich tapfer bis zum Frieden.

Ganz Norddeutschland von den Franzosen besetzt. Der bei Auerstädt schwer verwundete Herzog von Braunschweig stirbt als Flüchtling (10. Nov.) zu Ottensen bei Hamburg.

21. Nov.

Von Berlin aus verfügt Napoleon die Kontinentalsperre gegen England. Einmarsch der Franzosen, Bayern und Württemberger in Schlesien, wo nur die Festungen Kosel und Glatz sich behaupten.