Die Tiroler, welche dreimal die Feinde aus Innsbruck vertrieben hatten (Kämpfe am Berge Isel), kämpfen tapfer weiter, unterliegen aber der Übermacht (Nov.). Hofer wird verraten und (1810, Febr.) von den Franzosen in Mantua erschossen. Tirol bleibt unter bayrischer Herrschaft; Süd-Tirol kommt an das Königreich Italien.

1809. 28. April.

Kühner Zug des preußischen Majors v. Schill, der mit seinem Husarenregiment von Berlin auszieht und die Deutschen zum Freiheitskampf aufruft. Oberst Dörnberg will Jérômes Regierung in Kassel stürzen. Die Nachrichten von Napoleons ersten Siegen vereiteln diese Unternehmung. Dörnberg rettet sich nach Böhmen. Schill kämpft bei Dodendorf (unweit Magdeburg) gegen westfälische Truppen, zieht weiter nach Dömitz (an der unteren Elbe), fällt tapfer kämpfend in Stralsund (31. Mai). 11 seiner Offiziere werden in Wesel kriegsrechtlich erschossen, die gefangenen Soldaten auf Napoleons Befehl zur Zwangsarbeit verurteilt und nach Frankreich geschleppt.

Rachezug des Herzogs Friedrich Wilhelm von Braunschweig gegen die Räuber seines Landes. Er sammelt eine Freischar in Schlesien und Böhmen, zieht durch Sachsen, erstürmt Halberstadt, zieht in Braunschweig ein (31. Juli), muß aber alsbald vor der feindlichen Übermacht weichen, kämpft tapfer bei Oelper, erreicht die Weser bei Elsfleth (unterhalb Bremen), führt seine »schwarze Schar« zu Schiffe nach England. Der Herzog und die meisten seiner Getreuen treten dann in die englisch-deutsche Legion, welche in Spanien kämpft.

März.

König Gustav IV. von Schweden, erbitterter Feind der Revolution und Napoleons, seit 1808 in unglücklichem Kriege mit Rußland, wird durch einen Militäraufstand zur Abdankung gezwungen. Sein Oheim Karl XIII. übernimmt die Regierung, schließt Frieden mit Rußland, indem er Finnland abtritt (S. 277, 327), adoptiert 1810 den französischen Marschall Bernadotte als Thronfolger.

Mai.

Der Kirchenstaat mit Frankreich vereinigt durch Dekret Napoleons von Schönbrunn, weil Papst Pius VII. (S. 319f.) die Forderung, seine Häfen den Engländern zu verschließen, standhaft ablehnt. Er spricht den Bann aus, wird verhaftet und nach Grenoble, von da nach Savona (bei Genua) geführt. Dort lebt er als Gefangener, während Napoleon ein Konzil der Bischöfe seines Reichs nach Paris beruft (1811). In Fontainebleau unterzeichnet Pius (1813, Jan.) ein Konkordat, widerruft es aber bald und wird nach Savona zurückgebracht, wo er bis zu Napoleons Sturz 1814 verbleibt.

1810. April

Napoleon, von Josephine Beauharnais († 1814) geschieden, heiratet Marie Luise, die Tochter des Kaisers Franz I. von Österreich.