1815. 1. März.

Landung Napoleons bei Cannes mit 7 Schiffen. Schneller Marsch auf Paris. Alle gegen ihn gesandten Truppen, auch Ney mit seinem Korps, gehen zu ihm über. Ludwig XVIII. entflieht nach Gent.

1815. 20. März.

Einzug Napoleons in Paris (les cent jours). Die auf dem Wiener Kongreß vertretenen Staaten erlassen eine gemeinschaftliche Achtserklärung gegen ihn und schließen ein neues Kriegsbündnis.

Mai.

Napoleon macht der liberalen Partei in Frankreich einige Zugeständnisse durch die in einer großen Volks- und Heeresversammlung bei Paris (Maifeld) verkündete Zusatzakte zur Verfassung des Kaiserreichs, in Belgien wird ein preußisches Heer unter Blücher und ein englisch-deutsches unter Wellington gegen ihn zusammengezogen.

Murat, der sich wieder für Napoleon erklärt, wird von den Österreichern bei Tolentino (3. Mai) geschlagen und entflieht nach Frankreich. Ferdinand IV. (aus dem Hause Bourbon) kehrt von Sicilien (S. 304, 324) nach Neapel zurück, nennt sich als »König beider Sicilien« fortan Ferdinand I. († 1825).

16. Juni.

Schlacht bei Ligny. Napoleon, in Belgien vorrückend, schlägt die Preußen trotz tapferer Gegenwehr. Blücher in Lebensgefahr, von seinem Adjutanten Nostiz gerettet. Gneisenau befiehlt den Rückzug nach Wavre. An demselben Tage wird Marschall Ney von Wellington, dessen Truppen erst nach und nach auf dem Kampfplatz erscheinen, bei Quatre-Bras zurückgeschlagen. (Herzog Friedrich Wilhelm von Braunschweig †.) Napoleon sendet 32000 Mann unter Grouchy zur Verfolgung des preußischen Heeres ab in der Richtung auf Namur und wendet sich mit über 72000 Mann gegen Wellington.

18. Juni.