Die Londoner Konferenz der Großmächte (Lord Palmerston englischer Minister) bewirkt Einstellung der Feindseligkeiten und erkennt den neuen Staat an (Jan. 1831), der sich eine freisinnige monarchische Verfassung gibt. Nachdem Ludwig Philipp die auf seinen zweiten Sohn gefallene Königswahl abgelehnt hat, wird zum König der Belgier gewählt
1831–1865.
Leopold I. von Sachsen-Koburg (S. 352), der sich mit einer Tochter Ludwig Philipps vermählt. Fortgang des Kampfes mit Holland bis 1833. Einmarsch eines französischen Heeres. Belagerung und Einnahme der Citadelle von Antwerpen. Friede 1839.
In Deutschland wird 1830 Herzog Karl von Braunschweig vertrieben († 1873 in Genf); sein Bruder Wilhelm übernimmt nach einem Beschluß des Bundestages die Regierung. Unruhen in Sachsen und Kurhessen; in beiden Ländern wird 1831 eine neue Verfassung verkündet, in Hannover 1833.
1830–1831.
Polnischer Aufstand. Erhebung in Warschau (1830, 29. Nov.). Ein Mordversuch gegen den Großfürsten Konstantin, Bruder des Kaisers Nikolaus (S. 347), mißlingt. Provisorische Regierung mit Fürst Adam Czartoryski an der Spitze. Kaiser Nikolaus durch den Reichstag abgesetzt (1831, Jan.). Ein russisches Heer von 118000 Mann unter General Diebitsch dringt in Polen ein; blutige Gefechte bei Grochow (19.–25. Febr. 1831), wo die Polen der russischen Übermacht lange Widerstand leisten, sich aber doch zuletzt auf Praga zurückziehen müssen. Der Aufstand verbreitet sich über Litauen und Podolien. Diebitsch siegt in der Schlacht bei Ostrolenka (26. Mai), stirbt aber bald darauf an der Cholera. Uneinigkeit der Polen, Bluttat der demokratischen Partei in Warschau. Dadurch wird dem neuen russischen Oberfeldherrn Paskjewitsch das Vordringen erleichtert, er erobert Warschau (Sept. 1831). Bald wird der Aufstand im ganzen Lande unterdrückt. Polen verliert die von Kaiser Alexander I. 1815 verliehene Verfassung und wird fortan als russische Provinz mit Strenge regiert.
1831.
Aufstände in Modĕna, Parma und der Romagna, mit österreichischer Hilfe unterdrückt.
1833–1840.
In Spanien Bürgerkrieg nach dem Tode Ferdinands VII. Durch Espartero siegt nach blutigem Kampfe die Verfassungspartei (Christinos) für die unmündige Königin Isabella II. (1833–1868) und deren Mutter Marie Christine (von Neapel) über die »Karlisten«, d. h. die Anhänger des Prinzen Don Carlos (Bruder Ferdinands VII.), welcher 1839 zur Flucht nach Frankreich genötigt wird († 1855 in Triest). Verkündigung einer Verfassung.