Beginn der Befestigung von Paris unter dem Ministerium Thiers aus Anlaß einer Kriegsgefahr, welche dadurch entstanden war, daß Frankreich sich des aufständischen Mehemed Ali von Ägypten (s. S. 347) gegen den Sultan annahm. Frankreichs Kriegsdrohung gegen Deutschland erregt das Nationalgefühl gewaltig. Nik. Beckers Rheinlied, Schneckenburgers »Wacht am Rhein«. Bündnis der 4 anderen Großmächte; Frankreich gibt nach, an Stelle von Thiers tritt Guizot (Okt. 1840). Mehemed Ali, dessen Sohn Ibrahim die Türken 1839 bei Nisib in Syrien besiegt hatte, muß auf Verlangen Englands (Lord Palmerston) Syrien räumen und behält nur die erbliche Herrschaft über Ägypten unter Oberhoheit der Pforte.

1840. 15. Dez.

Die Überreste Napoleons I., durch den Prinzen von Joinville, dritten Sohn Ludwig Philipps, von St. Helena nach Paris gebracht, werden dort im Dom der Invaliden feierlich beigesetzt.

Langwierige Kriege in Algier (S. 348) zur Eroberung des inneren Landes (Marschall Bugeaud, General aus Napoleons Schule). Abd-el-Kader, Anführer der Araber und Kabylen, wird 1847 gefangen, 1852 nach Kleinasien entlassen.

1846.

Der Freistaat Krakau wird wegen erneuter polnischer Aufstandsversuche durch Beschluß der Schutzmächte (S. 341) dem Kaiserreich Österreich einverleibt.

1847.

Sonderbundskrieg in der Schweiz. Sieben katholische Kantone sagen sich von der Eidgenossenschaft los, werden aber von den Bundestruppen unter General Dufour besiegt. Darauf (1848) Umgestaltung des Staatenbundes (S. 341) souveräner Kantone zu einem Bundesstaat (Föderativrepublik von 25 Staaten, vgl. S. 302). An die Stelle der bisherigen Tagsatzung, in der abwechselnd Zürich, Bern und Luzern Vorort gewesen war, tritt die Bundesversammlung in Bern, bestehend aus 1. Ständerat (44 Vertreter der einzelnen Kantone), 2. Nationalrat (Vertreter der ganzen Schweizer Bevölkerung, nach Maßgabe der Volkszahl gewählt). Die vollziehende Gewalt übt der von der Bundesversammlung gewählte Bundesrat (7 Mitglieder, auf 3 Jahre gewählt). Bundesgericht, einheitliches Militär-, Post-und Münzwesen (s. § 14).

§ 4. Die Revolutionszeit 1848–1852.

In Frankreich führt die Unzufriedenheit mit der Politik des Ministeriums Guizot und den noch bestehenden Beschränkungen des Wahlrechts zur