1848–1849.
Aufstand in Oberitalien gegen Österreich.
Beginn der Erhebung in Mailand (18. März 1848) die österreichischen Truppen ziehen sich nach der Festung Verona zurück. König Karl Albert von Sardinien (1831–1849), welcher Italien befreien will, wird bei Custozza (25. Juli) von dem Feldmarschall Radetzki vollständig geschlagen. Mailand von den Österreichern wieder eingenommen.
Waffenstillstand bis 20. März 1849, darauf erzwingt Radetzki durch die Siege bei Mortara (21. März) und Novara (23. März) den Frieden. Karl Albert dankt zu Gunsten seines Sohnes Viktor Emanuel (1849–1878) ab. Einnahme von Brescia nach furchtbarem Straßenkampf; Grausamkeit des Generals Haynau gegen die Gefangenen.
In Venedig nach Abzug der österreichischen Besatzung (1848, März) erst provisorische Regierung im Namen des Königs von Sardinien, dann nach der Niederlage des italienischen Heeres Republik (Präsident Manin). Belagerung und Einnahme Venedigs durch die Österreicher (August 1849). Das ganze lombardo-venetianische Königreich ist der Herrschaft Österreichs wieder unterworfen.
1848–1849.
Aufstand der Ungarn gegen Österreich. Die Ungarn (Magyaren) verlangen und erhalten ein eigenes Ministerium (1848, April). Graf Batthyany Ministerpräsident, Kossuth (spr. Kóschūt) Finanzminister. Reichstag in Pest unter Vorsitz des Erzherzogs Stephan als Palatin. Der Widerstand der slavischen Bevölkerung und der Nebenländer der Krone Ungarn (Kroatien, Siebenbürgen) gegen die magyarischen Ansprüche, ihre Forderung politischer Gleichberechtigung werden vom Wiener Hofe unterstützt. Jellachich, zum Ban von Kroatien ernannt, fällt mit Heeresmacht in Ungarn ein; Erzherzog Stephan legt sein Amt nieder. Graf Lamberg, kaiserlicher Statthalter von Ungarn, wird in Pest ermordet (Sept.); der Kaiser verfügt die Auflösung des Reichstages.
Nach Abdankung Ferdinands I. (2. Dez. 1848) besteigt den Thron sein Neffe (S. 282)
Seit 1848.
Franz Joseph I., Kaiser von Österreich. Der ungarische Reichstag erkennt den Thronwechsel nicht an. Fürst Windischgrätz rückt mit einem österreichischen Heere in Ungarn ein. Kossuth zieht sich mit den magyarischen Behörden nach Debreczin zurück, Windischgrätz besetzt Pest (1849, Jan.), besiegt ein ungarisches, von dem polnischen General Dembinski geführtes Heer bei Kapolna (Febr.). In Siebenbürgen ist der polnische General Bern, welchem Kossuth ein Kommando übergeben hatte, siegreich gegen österreichische Truppen und die von diesen zu Hilfe gerufenen Russen. Der ungarische General Görgey überschreitet mit 50000 Mann die Theiß, entsetzt die belagerte Festung Komorn. Windischgrätz von der Regierung in Wien abberufen, Pest geräumt; in Ofen bleibt eine österreichische Besatzung. Infolge der Verkündigung einer