April.

Eine republikanische Erhebung in Baden (Hecker, Struve, Herwegh) wird durch deutsche Bundestruppen schnell unterdrückt.

18. Mai.

Deutsche Nationalversammlung (Parlament) in Frankfurt am Main (Paulskirche). Auf des Präsidenten Heinrich von Gagern Vorschlag wird Erzherzog Johann von Österreich zum Reichsverweser erwählt; der Bundestag löst sich auf. Erzherzog Johann ernennt ein Reichsministerium; doch zeigt sich bald, daß die neu geschaffene Zentralgewalt weder den Einzelstaaten noch dem Auslande gegenüber wirkliche Macht hat.

18. Sept.

Volksaufstand in Frankfurt, veranlaßt durch die Annahme des Waffenstillstandes mit Dänemark (s. S. 362). Zwei Mitglieder der Nationalversammlung, Fürst Lichnowski und General v. Auerswald, von Volkshaufen ermordet.

1849. März.

Vollendung der deutschen Reichsverfassung nach lebhaften Parteikämpfen in der Nationalversammlung (»Großdeutsche«, welche Österreich an der Spitze Deutschlands erhalten wollen, und »Kleindeutsche«, welche Ausschluß Österreichs und engeren Bund unter Preußens Führung anstreben). An der Spitze des Reichs soll ein erblicher Kaiser stehen, neben ihm ein Reichstag, bestehend aus Staatenhaus (zur Hälfte von den Regierungen, zur Hälfte von den Volksvertretungen der Einzelstaaten zu ernennen) und Volkshaus (aus allgemeinen und direkten Wahlen hervorgehend). Kaiserwahl am 28. März.

1849. 3. April.

König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen erklärt die ihm angetragene Würde eines Kaisers der Deutschen nur mit Zustimmung aller deutschen Regierungen annehmen zu können. Endgültige Ablehnung am 28. April, nachdem inzwischen 28 kleinere Staaten zugestimmt haben.