1863.

Die Franzosen erobern Puebla, dann auch die Hauptstadt Mexiko; eine dorthin berufene Nationalversammlung wählt den Erzherzog Maximilian, Bruder des Kaisers von Österreich (S. 282), zum Kaiser von Mexiko. Dieser erscheint 1864, kämpft gegen die republikanischen Truppen, unterstützt von den Franzosen unter Bazaine, kann aber des Landes nicht Herr werden. Die Vereinigten Staaten, wo mittlerweile der Krieg zu Ungunsten der Südstaaten entschieden ist, schreiten zu Gunsten der Republik ein, nach dem von Monroe (S. 346) ausgesprochenen Grundsatz.

1867.

Abzug der Franzosen aus Mexiko. Kaiser Maximilian setzt allein den Kampf fort, wird nach tapferer Gegenwehr in Queretaro eingeschlossen, durch Verrat gefangen, auf Juarez’ Befehl vor ein Kriegsgericht gestellt und erschossen. Juarez, 1871 als Präsident wiedergewählt, hat mit Parteikämpfen zu ringen, † 1872. Geordnete Zustände stellt der Präsident Porfirio Diaz (1877–1911) her (s. u. § 18).

Napoleons III. Ansehen in Frankreich durch das Fehlschlagen der Expedition nach Mexiko schwer erschüttert; er versucht es durch Einmischung in die deutschen Verhältnisse wiederherzustellen.

§ 7. Deutschlands Einigung durch Preußen.

1861. 26. Febr.

In Österreich wird eine neue Gesamtstaatsverfassung verkündigt (engerer Reichsrat für die deutsch-slavischen Länder, weiterer Reichsrat durch Hinzutritt der ungarischen Abgeordneten für die gemeinsamen Angelegenheiten). Widerstand gegen diese Verfassung besonders von seiten der Ungarn, welche die Wiederherstellung ihrer besonderen Verfassung mit eigenem Ministerium und die politische Wiedervereinigung der seit 1849 abgetrennten Länder Siebenbürgen, Kroatien, Slawonien und der Militärgrenze mit dem Königreich Ungarn verlangen (S. 357 f.)

2. Jan.

In Preußen nach dem Tode Friedrich Wilhelms IV. König Wilhelm I.;[58] Krönung in Königsberg 18. Okt. Bald darauf bricht infolge der von der Regierung auf Veranlassung des Königs durchgeführten Verstärkung des Heeres (Kriegsminister v. Roon) ein Verfassungsstreit aus.