General v. Werder wendet sich nach der Einnahme von Straßburg (S. 385) gegen die Franctireurs in den Vogesen und die französische Ostarmee in Ober-Elsaß und Burgund, insbesondere um den Heeren vor Paris und Metz die Verbindung nach Deutschland zu sichern. Die Ostarmee will den Abstieg aus den Vogesen bei St. Dié verwehren, wird aber auf Besançon zurückgedrängt. Die badischen Truppen besetzen Dijon (31. Okt.); die aus dem Elsaß nachrückende Landwehr-Division v. Tresckow schließt die Festung Belfort ein (8. Nov.).
Die Franzosen verstärken sich durch Heranziehung der vor Orléans (S. 386) geschlagenen und bei Bourges wieder gesammelten Loire-Truppen; den Oberbefehl übernimmt Gen. Bourbaki. Gen. v. Werder tritt den von Süden her anrückenden Feinden bei Nuits entgegen (18. Dez.), räumt dann aber freiwillig Dijon, um die Belagerung von Belfort zu decken, und vereinigt sein Korps in starker Stellung bei Vesoul (30. Dez.). Bourbaki, von Gambetta getrieben, aber durch mangelnde Ausrüstung der Truppen gehemmt, beginnt seinen Vormarsch. Dijon wird von den unter Garibaldis (S. 370, 381) Befehl stehenden Freischaren besetzt.
1871. 9. Jan.
Treffen bei Villersexel, anfangs glücklich für die Franzosen, aber bei Abbruch des Nachtgefechts ist die Stadt in deutscher Hand.
General v. Werder durchkreuzt die Absicht Bourbakis, ihn von Belfort abzudrängen, durch Abmarsch hinter die Lisaine (Nebenfluß des Doubs) und schiebt sich in einer Stellung Héricourt-Montbéliard zwischen die französische Ostarmee und Belfort.
15.–17. Jan.
Schlacht an der Lisaine. In dreitägigem Kampfe bei strenger Kälte gelingt es den Franzosen (140000 M.) nicht, die deutschen Linien (43000 M., Badener und preußische Landwehr) zu durchbrechen; in voller Auflösung strömt die Ostarmee auf Besançon zurück.
Zu derselben Zeit erreichen die zur Unterstützung gesandten deutschen Truppen (II. und VII. A.-K.) unter General v. Manteuffel die Gegend westlich Vesoul. Auf die Nachricht von Werders Sieg wendet sich Manteuffel sofort südlich nach Besançon; Werder schließt sich diesem Vormarsch an. Weitestes Vordringen einer deutschen Südarmee.
Hierdurch ist für Bourbaki der Rückzug nach Westen oder Süden abgeschnitten; nach seiner Absetzung führt General Clinchant die Ostarmee auf Pontarlier, in der Hoffnung, längs der Grenze zu entkommen. Durch den Jura drängen aber die Deutschen kräftig nach, und unter letzten Gefechten bei La Cluse und Pontarlier tritt die Ostarmee (80000 Mann) auf Schweizer Gebiet (1.–3. Febr.) über und gerät damit in Kriegsgefangenschaft. Nur Teile der Division Cremer entkommen nach Südfrankreich.
Beim Vormarsch auf Belfort (Vesoul) hatte General v. Manteuffel die Brigade v. Kettler gegen Dijon geschickt. Das dort stehende Korps Garibaldi (20000 M.) beschränkt sich darauf, die Angriffe dieser 5 Bataillone am 21. und 23. Januar abzuwehren (Verlust der einzigen deutschen Fahne — aufgefunden unter Leichen). Als Verstärkung für General v. Kettler anrückt, ziehen sich Garibaldis Scharen mit Benutzung der Eisenbahn nach Lyon zurück.