2. u. 3. Dez.
Schlacht b. Champigny-Yilliers. Ducrots Truppen, die auf den Anmarsch der Loire-Armee gehofft hatten (S. 386), werden in heftigem Kampfe zurückgeworfen (Württemberger und Sachsen unter dem preußischen General v. Fransecky).
Nachdem sich die Erwartung, Paris durch Hunger zu bezwingen, als falsch erwiesen hat, beginnt am
1870. 27. Dez.
die Beschießung von Paris, zunächst gegen die Ostfront aus verschanzter Stellung, dem Mont Avron gegenüber, der von den Franzosen bald geräumt wird, sodann seit Anfang Januar auch gegen die Südfront, die Nordforts und St. Denis. Infolge des Eingreifens der schweren Artillerie gestaltet sich die Lage der Deutschen erheblich günstiger, weil die Verteidiger die Stellungen im Vor- und Zwischengelände räumen müssen.
1871. 18. Jan.
Erneuerung der deutschen Kaiserwürde im Spiegelsaal des Schlosses zu Versailles, nachdem die süddeutschen Staaten sich zu dauernder Vereinigung mit dem Norddeutschen Bunde bereit erklärt haben und König Ludwig II. von Bayern, der Aufforderung Bismarcks entsprechend, im Namen der Fürsten und freien Städte Deutschlands dem König Wilhelm I. von Preußen die Kaiserwürde angetragen hat.
Wilhelm I. Deutscher Kaiser 1871–1888.
19. Jan.
Schlacht am Mont Valérien (im Westen). Letzter großer Ausfall, bei dem auch die bisher geschonten Nationalgarden Verwendung finden. Die Franzosen nehmen St. Cloud, aber ihr Angriff (90000 M. unter General Trochu) scheitert, bevor er die Hauptstellung der Deutschen erreicht. Die tapferen Verteidiger von St. Cloud, beim Rückzug vergessen, ergeben sich am nächsten Tage.