Da jede Hoffnung auf Entsatz geschwunden ist und die Not der Bevölkerung von Paris bedenklich steigt, wird durch Unterhandlungen zwischen Favre und Bismarck die
28. Jan.
Übergabe von Paris zum Abschluß gebracht. Bedingungen: 1. Übergabe sämtlicher Forts mit dem Kriegsmaterial an die deutschen Truppen, Entwaffnung der Ringmauer. 2. Alle französischen Soldaten in Paris gelten als Kriegsgefangene und werden entwaffnet, mit Ausnahme von 12000 Mann, welche mit der Nationalgarde die Ordnung aufrecht erhalten; für die Verproviantierung sorgen die französischen Behörden. 3. Die Stadt Paris zahlt 200 Millionen Francs Kriegssteuer. 4. Waffenstillstand auf allen Kriegsschauplätzen, mit Ausnahme der Departements Doubs, Jura und Côte d’or, auf drei Wochen, um die Wahlen zu einer französischen Nationalversammlung zu ermöglichen, welche in Bordeaux zusammentreten und über Krieg und Frieden entscheiden soll.
Gambettas Widerstand gegen diese Übereinkunft wird bald gebrochen; er legt sein Amt als Mitglied der Regierung nieder (6. Febr.). Thiers, von der Nationalversammlung in Bordeaux an die Spitze der französischen Regierung gestellt, führt die Unterhandlungen mit Graf Bismarck.
1871. 26. Febr.
Friedenspräliminarien zu Versailles: 1. Frankreich tritt an Deutschland ab: das Elsaß außer Belfort, ferner Deutsch-Lothringen mit Metz und Diedenhofen (Thionville), zusammen 14500 qkm mit 1½ Mill. Einwohnern; 2. Frankreich zahlt in drei Jahren 5 Milliarden Francs Kriegsentschädigung; zur Sicherstellung der Zahlung bleiben die östlichen Départements besetzt.
1. März.
Einzug von 30000 Mann deutscher Truppen in Paris und Besetzung eines Teils der großen Stadt. Nachdem die Friedensbedingungen noch an demselben Tage von der französischen Nationalversammlung angenommen worden sind, wird am 2. März Paris von den Deutschen geräumt. Kaiser Wilhelm verläßt das Hauptquartier Versailles am 7. März und kehrt nach Berlin zurück.
Die Friedensbedingungen werden bestätigt und im einzelnen näher bestimmt (Austausch eines französischen Bezirks bei Belfort gegen einen deutschen in Lothringen) in dem
10. Mai.