416.
Hilfsgesuch der Stadt Egesta und der vertriebenen Leontiner gegen Selinus und Syrakus, bei den Athenern von Alkibiădes befürwortet, von Nikias widerraten. Eine Flotte von 134 Trieren fährt unter Anführung von Alkibiădes, Nikias und Lamăchos nach Sicilien. Nachdem Naxos und Katăna besetzt sind, wird Alkibiades zurückgerufen, abwesend angeklagt wegen Teilnahme an Religionsfreveln, die kurz vor Abfahrt der Flotte begangen waren (Verstümmelung der Hermen. Verspottung der eleusinischen Mysterien). Er flieht nach Argos, wird abwesend zum Tode verurteilt, seine Güter werden eingezogen. Hierauf begibt er sich, um Rache an Athen zu nehmen, nach Sparta.
414.
Die Athener erfechten einen Sieg vor Syrakus und beginnen mit Erfolg die Belagerung der Stadt, wobei Lamăchos fällt. Die Spartaner schicken auf Alkibiades’ Antrieb ein kleines Geschwader unter Gylippos den Syrakusanern zu Hilfe. Die Athener werden zurückgedrängt, leiden durch Krankheit und Mangel. Nikias der Lage nicht gewachsen.
413.
Sie erhalten Verstärkung aus Athen (73 Trieren, 5000 Hopliten) unter Demosthĕnes, werden aber bei einem nächtlichen Angriff auf die Höhen von Epipŏlä besiegt. Der Abmarsch beschlossen, verzögert durch abergläubische Bedenken des Nikias wegen einer Mondfinsternis (27. August). Unglückliche Seeschlacht in dem von den Feinden gesperrten Hafen von Syrakus; das zu Lande abziehende Heer wird am Flusse Assinăros teils niedergemacht, teils gefangen. Nikĭas und Demosthĕnes in Syrakus hingerichtet, 7000 Gefangene in die Steinbrüche gesteckt, wo viele elend umkommen, oder als Sklaven verkauft.
413. (März.)
Auf Alkibiădes’ Rat halten die Spartaner, gereizt durch eine Landung attischer Schiffe in Lakonien, den Flecken Dekeleia in Attika besetzt. Von dort aus machen sie (unter König Agis) oft wiederholte Streifzüge. Die dauernde Besetzung wirksamer als die früheren vorübergehenden Einfälle, Die letzten 9 Jahre des Peloponnesischen Krieges heißen deshalb der
413–404.
Dekeleïsche Krieg.