Bedrängnis der Athener, Flucht vieler Sklaven, Geldnot des Staates. Die aristokratische Partei kommt wieder zu Ansehen. Einsetzung einer neuen Behörde von 10 Vorberatern. Ordnung der Finanzen; die Tribute der Bundesgenossen werden in Hafenzölle umgewandelt. Neue Rüstungen.

Alkibiădes bewirkt den Abfall von Chios, Erythrä, Klazomĕnä und Milēt vom athenischen Bunde. Er bringt ein Bündnis zustande zwischen den Spartanern, die sich bereit erklären, dem Perserkönig alle ihm ehemals untertänigen Griechenstädte wieder zu überlassen, und dem persischen Satrapen Tissaphernes in Sardes, der den Spartanern Hilfsgelder zahlt.

412.

Eine neue athenische Flotte erscheint an der ionischen Küste; die Peloponnesier werden im Landkampf bei Milēt geschlagen, aber die Einnahme der Stadt wird durch das Erscheinen syrakusischer Schiffe (unter Hermokrates) gehindert. Die athenische Flotte, wieder auf 104 Schiffe gebracht, ankert vor Samos. Alkibiădes, von den Spartanern angefeindet und beargwöhnt, begibt sich zu Tissaphernes, auf den er bald großen Einfluß gewinnt. Zugleich knüpft er Unterhandlungen mit den Oligarchen (Gegnern der Demokratie) im athenischen Heere an.

411. (März.)

Verfassungsänderung in Athen,

von der oligarchischen Partei (Antĭphon, Theramĕnes) gewaltsam durchgesetzt. Rat von 400 Mitgliedern eingesetzt, die Volksversammlung auf 5000 Bürger beschränkt, alle Staatsbesoldungen, mit Ausnahme des Soldes der im Heere dienenden Bürger, werden abgeschafft. Friedensverhandlungen mit Sparta. Aber das Heer bei Samos weigert sich, die Verfassungsänderung anzuerkennen, erwählt neue Feldherren (Thrasybūlos) und ruft Alkibiades zurück. Dieser übernimmt den Oberbefehl, weigert sich aber, die Flotte gegen die Oligarchen nach Athen zu führen, und verlangt, daß sie vor dem Feinde bleibe. In Athen wird auch ohne Eingreifen des Heeres die Oligarchie nach kurzer Dauer gestürzt, der alte Rat der 500 wieder eingesetzt, bald auch der Zutritt aller Bürger zur Volksversammlung wieder hergestellt.

Die Spartaner brechen jede Verbindung mit Tissaphernes ab und schließen ein Bündnis mit Pharnabāzos, dem Satrapen von Bithynien. Aber die peloponnesische Flotte (unter Mindăros) wird von den Athenern in zwei

411.

Seegefechten bei Abȳdos geschlagen und schließlich unter Alkibiădes’ Oberbefehl vernichtet in der