1905.

Hartnäckige Kämpfe um die Wasserstelle bei Groß-Nabas, dann in den Karasbergen und am Großen Fischfluß; Witboi †. Der deutsche Reichstag bewilligt den Bau der Eisenbahn Lüderitzbucht–Kubub (100km).

1906.

Kämpfe am Oranjefluß; Oberstlt. v. Estorff drängt die Hottentotten nach Osten. Ihr Führer Morenga flüchtet auf englisches Gebiet, versucht 1907 nochmals in das inzwischen unterworfene Land einzudringen, wird in einem Gefecht mit englischen Truppen getötet. Der Reichstag bewilligt 5 Mill. Mark für die Verluste der Ansiedler.

Gesamtbevölkerung 1911: rund 14000 Weiße und 72000 Farbige, also nur 0,1 Einwohner auf l qkm. Jede Selbständigkeit der Häuptlinge hat aufgehört. Regierungssitz: Windhuk. Wassererschließung schreitet fort. Eisenbahnen: 1909 km im Betrieb, 217 km im Bau. Ausfuhr vornehmlich: Diamanten und Kupfererze, ferner Blei, Häute, Straußenfedern und Vieh. Handelsergebnis 1910: Ausfuhr für über 34½ Mill. Mark. Einfuhr für rund 44½ Mill. Mark.

2. Ostafrika (995000 qkm). Verkehr nach Sansibar seit etwa 1860; Landerwerbungen 1884 im Auftrage der Gesellschaft für deutsche Kolonisation durch K. Peters, Jühlke, Graf Pfeil, 1885 vom Sultan von Sansibar anerkannt nach dem Erscheinen deutscher Kriegsschiffe.

1888–1890.

Aufstand der Eingeborenen, veranlaßt durch arabische Sklavenhändler (Buschiri), niedergeworfen durch Kriegszüge des Reichskommissars Major Wißmann unter Mitwirkung von Kriegsschiffen.

1889.

K. Peters dringt nach Uganda vor (Nordufer des Victoria-Nyanza) und schließt dort Verträge; die Ostafrikanische Handelsgesellschaft erwirbt das Wituland (nördlich von Sansibar); beide Gebiete werden 1890 an England überlassen (S. 407).