Neugestaltung des Heerwesens 1860–1862 (S. 372). Umbildung der preußischen Flotte zu einer deutschen Kriegsflotte seit 1867 (S. 380). Kirchengesetze 1873–1875 (S 393). Verwaltungsreform in den (seit 1. Jan. 1878) 12 Provinzen 1872 bis 1875 (S. 394). Ansiedlungsgesetz für Posen und Westpreußen (S. 395). Vollendung des Kölner Doms 1880; Denkmal auf dem Niederwald 1883. Begründung deutscher Kolonien (S. 395).
1888.
Friedrich III. (März bis Juni) als Kronprinz siegreicher Feldherr (S. 375ff., 382ff.).
Seit 1888.
Wilhelm II. (S. 396–397). Vermehrung der deutschen Kolonien. Ausbau der Wasserstraßen in Preußen (S. 396). Fortführung der Gesetzgebung zum Wohle der Arbeiter, Fortsetzung der Verwaltungsreform (S. 396) und der Ansiedlungstätigkeit (S. 395). Förderung des Schulwesens, besonders der technischen Hochschulen. Universität in Münster 1902, Akademie in Posen 1903. Technische Hochschulen in Danzig 1904, Breslau 1909. Denkmäler in der Siegesallee zu Berlin; Neubau des Doms daselbst 1905 vollendet. Bau einer Pfalz in Posen (1910 vollendet). Erweiterungsbauten der Königlichen Museen, Neubau der Königlichen Bibliothek in Berlin. 1910 Gründung der Kaiser-Wilhelms-Gesellschaft in Berlin zur Förderung der Wissenschaften.
II. Die andern Staaten des Deutschen Reiches.
Bayern, altes Stammherzogtum, seit 1180 unter Herzögen aus dem Hause Wittelsbach (S. 184). Herzog Ludwig I. wird 1214 durch Erwerbung der Rheinpfalz auch »Pfalzgraf bei Rhein« (S. 186, 189). Kaiser Ludwig der Bayer. Bayerische Markgrafen in Brandenburg (S. 198–200). Seit dem Hausvertrag von Pavia 1329 Bayern und Pfalz getrennt. Bayern 1392 unter drei Linien geteilt, 1503 wieder vereinigt: weitere Teilungen durch das Primogeniturgesetz 1506 verboten (S. 226).
Herzog Maximilian I., Oberhaupt der katholischen Liga im Dreißigjährigen Kriege (S. 252 ff.), wird 1623 Kurfürst und erwirbt die Oberpfalz (S. 254f.). Maximilian II. Emanuel tapfer in den Türkenkriegen 1683–1688, Statthalter der spanischen Niederlande 1691, aus Bayern vertrieben 1704, wiedereingesetzt 1714, † 1726. Sein Sohn Karl Albert 1742–1745 deutscher Kaiser (S. 280ff.). Maximilian III. Joseph (1745–1777) sorgt für gute Verwaltung, stiftet 1758 die Akademie der Wissenschaften in München; mit ihm stirbt die bisher in Bayern regierende Linie aus. Karl Theodor (1777–1799) vereinigt Pfalz und Bayern (S. 289 ff.), verliert 1797 das linksrheinische Gebiet (S. 316 u. 319).
Maximilian IV. Joseph (1799–1825), seit 1806 König Maximilian I., erwirbt 1803 und 1805 große Gebiete hinzu (S. 320, 324, vgl. S. 340) und tritt 1806 dem Rheinbunde bei (S. 324), erwirbt 1806 Ansbach, 1809 Baireuth, schließt sich vor der Schlacht bei Leipzig dem Bunde gegen Frankreich an (S. 336), erhält 1815 die linksrheinische Pfalz zurück (S. 340). Verfassung des Königreichs 1818. Ludwig I. (1825 bis 1848) fördert Kunst und Wissenschaft: Pinakothek und Glyptothek in München, Walhalla bei Regensburg. Universität Ingolstadt 1826 nach München verlegt. Maximilian II. (1848 bis 1864): Nationalmuseum in München, Historische Kommission bei der Akademie der Wissenschaften. Ludwig II. (1864 bis 1886): Schloßbauten in den bayrischen Alpen, Bühnenfestspielhaus in Baireuth. Für den geisteskranken König Otto (seit 1886) regiert sein Oheim Prinz Luitpold, Bruder Maximilians II.
Sachsen, hervorgegangen aus der Markgrafschaft Meißen (S. 161), einem Vorlande des alten Stammherzogtums Sachsen. Seit 1089 regiert in Meißen das Haus Wettin (S. 179 u. 189). Heinrich der Erlauchte erwirbt 1247 die Landgrafschaft Thüringen, Friedrich der Streitbare (1381–1428) 1423 das Kurfürstentum Sachsen Wittenberg (S. 204), einen Teil des alten Stammherzogtums (S. 184). Er gründet 1409 die Universität Leipzig (S. 203). Kurfürst Friedrich der Sanftmütige (1428 bis 1464, S. 205, 227). Unter seinem Sohn Kurfürst Ernst (1464–1486) Teilung 1485: die Ernestinische Linie (S. 227) erhält Sachsen-Wittenberg mit der daran haftenden Kurwürde und Thüringen, die Albertinische Linie Meißen. Die Kurfürsten Friedrich der Weise (1486–1525), Johann der Beständige (1525–1532) und Johann Friedrich der Großmütige (1532 bis 1547), Luthers Beschützer (S. 227 ff.). Umwandlung 1547, Sachsen-Wittenberg mit der Kurwürde kommt an die Albertinische Linie, S. 232f. (Kurfürst Moritz, Gründer der drei Fürstenschulen zu Meißen, Grimma und Pforta).