Kurfürst Friedrich August I. wird 1697 König von Polen (August II., S. 266), ebenso 1733 sein Sohn Friedrich August II. (August III., S. 279). Kunstpflege in Dresden (S. 285). Friedrich August III. (1763–1827) sorgt für bessere Verwaltung, tritt im Dez. 1806 als König Friedrich August I. dem Rheinbunde bei (S. 326), erhält 1807 das Herzogtum Warschau, wird 1813 nach der Schlacht bei Leipzig als Gefangener nach Preußen geführt, 1815 in die Regierung seines verkleinerten Landes wieder eingesetzt. Verfassung 1831 unter König Anton (1827 bis 1836); ihm folgen Friedrich August II. (1836–1854), Johann (1854–1873), Albert, 1870–71 als Kronprinz ruhmreicher Feldherr (1873–1902), Georg (1902–1904), Friedrich August III. seit 1904.

Württemberg, ursprünglich Grafschaft im alten Stammherzogtum Schwaben, das sich während des Interregnums auflöst. Eberhard der Erlauchte (1265–1325) und sein Nachfolger vergrößern das Gebiet, Eberhard der Greiner (1344 bis 1392) kämpft gegen Ritter und Reichsstädte, Eberhard im Barte stiftet 1477 die Universität Tübingen und wird 1495 Herzog. Ulrich 1519 vom schwäbischen Bunde vertrieben, 1534 durch Philipp von Hessen wieder eingesetzt, führt die Reformation ein; sein Sohn Christoph (1550–1568) sorgt für Kirche und Schule. Verwüstung im Dreißigjährigen Kriege; Mißregierung unter Eberhard Ludwig (1677–1733) und Karl Alexander (1733–1737); Wendung zum Besseren unter dem allerdings despotischen Karl Eugen (1737–1793), der 1770 die Karlsschule gründet. Prinz Eugen von Württemberg (1788 bis 1857) trat früh in russische Kriegsdienste, erprobter Heerführer in den Befreiungskriegen. Herzog Friedrich (1797–1816) wird 1803 Kurfürst (S. 320), 1806 König (S. 324); seine Nachfolger Wilhelm I. (1816–1864), Karl I. (1864–1891), Wilhelm II. seit 1891.

Baden, Markgrafschaft im alten Herzogtum Schwaben. Die Grafen von Zähringen nannten sich seit 1112 Markgrafen von Baden. Teilung 1535 in die beiden Linien Baden-Baden und Baden-Durlach. Ludwig Wilhelm von Baden-Baden (reg. 1677–1707) zeichnet sich als Feldherr in den Türkenkriegen aus, leistet 1693 und 1702–1704 den Franzosen rühmlich Widerstand (S. 265 f.). Karl Friedrich von Baden-Durlach (1738 bis 1811) erbt nach dem Aussterben der andern Linie 1771 deren Besitz, sorgt für gute Verwaltung, erhält 1803 den rechtsrheinischen Teil des früheren Kurfürstentums Pfalz (Heidelberg und Mannheim, S. 320, vgl. S. 340), wird 1806 Großherzog (S. 324). Seine Nachfolger Karl (1811–1818), Ludwig (1818 bis 1830), Leopold (1830–1852), Friedrich I. (1852–1907), ein hervorragender Herrscher und Mitbegründer des Deutschen Reiches. Seit 1907 Friedrich II.

Hessen, ein Teil des alten Herzogtums Franken, kam 1130 an die Landgrafen von Thüringen und bildete nach deren Aussterben 1247 eine eigene Landgrafschaft; erster Landgraf Heinrich v. Brabant, Residenz Kassel. Seine Nachkommen vergrößern das Gebiet. Philipp der Großmütige (1509–1567) Beschützer der Reformation; von seinen Söhnen stammen die beiden Linien Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt; ein Zweig der letzteren regierte 1622–1866 in Hessen-Homburg. Die Landgrafschaft Hessen-Kassel, 1803 zum Kurfürstentum erhoben, wird 1866 mit Preußen vereinigt, ebenso Hessen-Homburg. Landgraf Ludwig X. von Hessen-Darmstadt wird 1806 Großherzog (Ludwig I.), erhält 1815 ein ansehnliches linksrheinisches Gebiet. Großherzog Ludwig III. tritt 1866 einen Grenzstrich an Preußen ab, schließt sich dem Norddeutschen Bunde an. Seine Nachfolger Ludwig IV. (1877–1892), Ernst Ludwig seit 1892.

Mecklenburg. Die Nachkommen des Wendenfürsten Niklot (S. 180) teilen sich 1229 in mehrere Linien; durch Aussterben der jüngeren Linien wird im 15. Jahrhundert das Land wieder vereinigt. Albrecht II. wird 1348 Herzog, erwirbt 1359 die Grafschaft Schwerin. Sein Sohn Albrecht III. 1364–1389 König von Schweden (S. 215). Stiftung der Universität Rostock 1419, Einführung der Reformation 1523–1540. Teilung in die Linien Schwerin und Güstrow 1621. Wallenstein Herzog 1628–1630. Teilung in die Linien Schwerin und Strelitz 1701. Beide Landesteile werden 1815 vom Wiener Kongreß als Großherzogtümer anerkannt. Großherzog Friedrich Franz II. von Mecklenburg-Schwerin Feldherr im Kriege 1870/71. Seit 1897 Friedrich Franz IV. in Schwerin; in Strelitz seit 1904 Adolf Friedrich.

Oldenburg, Grafschaft im alten Herzogtum Sachsen, vergrößert durch Kämpfe mit den Friesen, 1667–1773 mit Dänemark vereinigt, 1773 Herzogtum (s. S. 292), 1810–1813 französisch, 1815 Großherzogtum. Seit 1900 Friedrich August.

Die sächsischen Herzogtümer, entstanden aus dem Erbe, das 1547 der Ernestinischen Linie des Hauses Wettin verblieb. Herzog Bernhard von Sachsen-Weimar (1604–1639) einer der berühmtesten Helden des Dreißigjährigen Krieges (S. 257f.) Weimar seit 1815 Großherzogtum; Großherzog Karl August 1775–1828, Karl Alexander 1853–1901. Seitdem Wilhelm Ernst. In Sachsen-Altenburg seit 1908 Ernst II.; in Sachsen-Koburg-Gotha seit 1900 Karl Eduard in Sachsen-Meiningen seit 1866 Georg II.

Herzogtum Braunschweig, ein Teil des Gebietes, das 1235 dem Welfenhause verblieb (S. 184, 188). Teilungen der Linien Braunschweig und Lüneburg 1267, 1409, 1635. Das Lüneburger Gebiet 1692 zum Kurfürstentum Hannover erhoben, 1866 mit Preußen vereinigt. Aus der Braunschweiger Linie sind eine Reihe von berühmten Heerführern hervorgegangen: Herzog Christian (1599–1626) kühner Heerführer im Dreißigjährigen Kriege (S. 254f.), Herzog Ferdinand (1721–1792) preußischer Generalfeldmarschall unter Friedrich dem Großen (S. 287ff.), Herzog Karl Wilhelm Ferdinand (1735–1806), Neffe des vorigen, Oberbefehlshaber des preußischen Heeres 1792–1794 (S. 313f.) und 1806 (S. 325f.), Herzog Friedrich Wilhelm (1771–1815), Sohn des letzteren, bekannter Held der Freiheitskriege (S. 330, 342). Mit dessen Sohn. Herzog Wilhelm (1806 bis 1884), starb die Linie aus. Regentschaft s. S. 395.

Herzogtum Anhalt, entstanden aus Grenzmarken des alten Herzogtums Sachsen. Otto der Reiche, Graf von Aschersleben und Ballenstedt, † 1123, sein Sohn Albrecht der Bär (S. 179f.). Von dessen älterem Sohne Otto stammen die Brandenburgischen Askanier (bis 1320), von dem jüngeren Sohne Bernhard die Herzöge von Sachsen-Wittenberg und Sachsen-Lauenburg (ausgestorben 1422 und 1689) und das fürstliche Haus Anhalt, welches sich in mehrere Linien teilt. Hauptteilung 1603: Dessau, Bernburg, Zerbst, Cöthen. Die Linie Zerbst stirbt 1793 aus, Cöthen 1847, Bernburg 1863. Herzogtümer seit 1806 und 1807; zu einem Herzogtum vereinigt 1863. Fürst Christian (1568–1630) s. S. 254. Fürst Leopold (1693–1747) preußischer Feldherr (S. 273, 284), Leopold Friedrich Franz (1751–1817), Begründer des Philanthropins in Dessau 1774, des Parks zu Wörlitz 1796. Seit 1904 Friedrich II.

Fürstentümer Schwarzburg, hervorgegangen aus der alten Landgrafschaft Thüringen. Teilung der Grafschaft Schwarzburg 1599 in die Gebiete Sondershausen und Rudolstadt, Erhebung der Grafen in den Fürstenstand 1697 und 1709. Seit 1909 beide Länder durch Personalunion vereinigt. Fürst Günther von Schw.-Rudolstadt seit 1890.