kleinen Inseln an der Küste Kleinasiens, südöstlich von Lesbos; von 120 peloponnesischen Schiffen entkommen nur 43. Aber die siegreichen Feldherren werden in Athen angeklagt, weil sie die Schiffbrüchigen bei dem nach der Schlacht eingetretenen Sturm nicht gerettet und die Leichen nicht bestattet haben; 6 von ihnen, die sich dem Gericht stellen, werden zum Tode verurteilt. Vergeblicher Widerspruch des Sokrates, der am zweiten Verhandlungstage Vorsteher der Prytanen (S. 36) war, gegen das abgekürzte (summarische) Gerichtsverfahren. Lysander, wiederum Anführer der spartanischen Flotte, vernichtet die athenische Flotte in der

405. (August.)

Schlacht bei Aigospotamoi (Ziegenflüsse), Lampsăkos am Hellespont gegenüber. Nur Konon rettet sich mit wenigen Schiffen. Niedermetzelung von 3000 gefangenen Athenern. Lysander vernichtet die athenische Herrschaft über die Küsten und Inseln, richtet überall oligarchische Verfassungen ein, die durch spartanische Statthalter (Harmosten) überwacht werden, erscheint dann mit seiner Flotte vor dem Peiraieus, während die Landtruppen unter den beiden spartanischen Königen Agis und Pausanias Athen von der Landseite einschließen. Unterhandlungen durch Theramĕnes. Endlich bewirkt der Hunger die

404. (Frühjahr.)

Übergabe Athens, Ende des Krieges.

Die Mauern des Peiraieus und die langen Mauern zwischen Stadt und Häfen werden niedergerissen. Anerkennung der spartanischen Hegemonie, Verzicht auf alle auswärtigen Besitzungen, Auslieferung der Kriegsschiffe bis auf 12. Nach Annahme dieser Friedensbedingungen wird unter Lysanders Einfluß die Neuordnung des Staates dreißig Männern der oligarchischen Partei (Tyrannen) übertragen.

Folgen des peloponnesischen Krieges: 1. Fortdauernde Zersplitterung der Griechen, Beginn ihres politischen Niedergangs, erfolgreiche Einmischung Persiens. 2. Sparta ist mit persischer Hilfe wiederum im Besitze der Hegemonie, aber durch Auflösung der altspartanischen Zucht entartet. 3. Athen, die Siegerin über den Nationalfeind, ist gedemütigt, hat jedoch noch Kraft zu neuer Erhebung und bleibt die geistige Hauptstadt Griechenlands.

§ 5. Makedoniens Emporkommen.

Da Sparta seine Hegemonie gegen die Abneigung der anderen Staaten, besonders gegen das aufstrebende Theben nicht behaupten kann, erheben sich neue Kriege unter den griechischen Staaten, bis sie der Herrschaft Makedoniens untertan werden, welches unter den Königen Perdikkas II. (454–413) und Archelāos (413–399) allmählich erstarkt war, dann unter Thronstreitigkeiten zu leiden hatte bis zum Regierungsantritt Philipps 359.

404–403.