Herrschaft der Dreißig in Athen.

Sie nehmen eine spartanische Besatzung in die Akropolis auf, verhängen Verbannung und Hinrichtung über mißliebige Bürger, die von Angebern (Sykophanten) angeklagt sind. Theramenes, der als Mitglied der Dreißig zur Mäßigung rät, wird auf Betreiben des leidenschaftlichen Kritias ebenfalls hingerichtet. Darauf sammelt Thrasybūlos in Theben die aus Athen entflohenen Anhänger der Demokratie, besetzt mit ihnen die Bergfeste Phyle im Parnēsgebirge, schlägt die Truppen der Dreißig und bemächtigt sich der Hafenstadt Munychia (403); Kritias fällt. An Stelle der 30 wählen die Bürger in Athen 10 gemäßigtere Oligarchen. Unter Vermittelung des Spartanerkönigs Pausanĭas kommt ein Vergleich zwischen diesen und Thrasybūlos zustande. Die vereinigten Bürger ziehen gegen Eleusis, wo die meisten der Dreißig getötet werden, dann wird Amnestie verkündigt.

403.

Herstellung der Demokratie; neue Aufzeichnung der Gesetze unter dem Archon Eukleides. Bald werden auch die Besoldungen und Schaugelder (S. 44) wieder eingeführt, erstere sogar vermehrt durch den Volksversammlungssold.

401.

Aufstand des von Sparta unterstützten Kyros (S. 21) gegen König Artaxerxes Mnemon. Alkibiădes, welcher schon im Jahre 404 den König hatte warnen wollen, war auf der Reise zu ihm in Phrygien auf Betreiben Lysanders getötet worden. 13000 griechische Söldner kämpfen für Kyros in der Schlacht bei Kunaxa (unweit Babylon); mühsamer Rückzug unter Führung des Atheners Xenophon. Nicht ganz 10000 erreichen bei Trapezūs das Schwarze Meer, die meisten treten bei dem spartanischen Feldherrn Thibron (s. u.) in Dienst.

399.

Sokrates in Athen zum Tode verurteilt und durch Gift hingerichtet. Sein Schüler Platon erhebt die Philosophie zur umfassenden Wissenschaft.

399–394.

Krieg der Spartaner gegen Persien, gehemmt durch Zwiespalt unter den Griechen.