Fahrt und Zug den Indus hinunter. Kratĕros tritt mit einem Teile des Heeres auf dem näheren Wege nach Westen den Rückzug nach Persien an, Alexander marschiert und fährt mit dem andern Teile bis zum Indus-Delta. Hier läuft die Flotte unter Nearchos in den Indischen Ozean ein (Ebbe und Flut). Nearchos fährt die Küste nach Westen entlang in den Persischen Meerbusen, während Alexander mit dem Landheer durch das wüste Gedrosien (Belutschistan) zieht. Nach beschwerlichem Marsche kommt er in Karmanien an, trifft mit Kratĕros zusammen und später an der Küste mit Nearchos, der dann weiter fahren und die Mündung des Euphrat und Tigris erkunden muß. Damit ist der Seeweg von Babylon nach Indien erforscht.

324. (Jan.)

Rückkehr Alexanders nach Persien und Strafgericht über habsüchtige und grausame Statthalter, die den König und sein Heer für verloren gehalten hatten. Ankunft in Susa. Hier enthüllt Alexander seinen großen Plan, den Orient zu hellenisieren, Sieger und Besiegte zu einer Nation zu verschmelzen und ein großes makedonisch-persisches Weltreich zu gründen. Er vermählt sich mit Stateira, der älteren Tochter des Königs Dareios III., sein Feldherr Hephästion mit der jüngeren; viele Offiziere des Heeres und über 10000 Soldaten nehmen asiatische Frauen. Große Pläne zur Eröffnung neuer Handelswege (Umfahrt Arabiens), zum Bau von Verkehrsstraßen für die mehr als 70 in allen Provinzen des Reiches gegründeten griechischen Städte. Alexander beansprucht als Nachfolger des »Großkönigs« göttliche Verehrung.

324. (Juli.)

Aufstand des makedonischen Heeres in Opis am Tigris, durch Alexanders Mut und Klugheit beschwichtigt. Entlassung der reich belohnten Veteranen unter Kratĕros nach Makedonien, während Antipăter von dort neue Truppen herbeiführen soll. — Zug nach Agbatana, wo Hephästion stirbt. Im Lager unweit Babylon erscheinen vor Alexander zahlreiche Gesandtschaften aus Griechenland, Italien und Afrika (Karthago). Von Babylon aus wird eine Erforschung des Euphrat unternommen.

323. (Juni.)

Tod Alexanders des Großen

in dem zur Hauptstadt des neuen Weltreichs bestimmten Babylon.

In Griechenland erheben sich 330 die Spartaner unter ihrem Könige Agis III., Antipăter besiegt sie in der blutigen Schlacht bei Megalopŏlis. Gleich darauf in Athen Prozeß des Äschines gegen Ktesiphon, welcher 336 einen Ehrenkranz für Demosthenes beantragt hatte. Äschines geht nach der glänzenden Verteidigungsrede des Demosthenes in die Verbannung nach Rhodos. Neue Aufregung 324, als Alexanders Schatzmeister Harpălos nach Griechenland flüchtet und Alexander das Gebot verkünden läßt, ihn als Gott zu verehren und die Verbannten wieder aufzunehmen. Demosthenes, fälschlich angeklagt wegen Veruntreuung der dem Harpalos abgenommenen Gelder, wird nun verbannt, kehrt aber bald zurück und bewirkt, als die Kunde von Alexanders Tode kommt, in Gemeinschaft mit Leosthĕnes und Hypereides eine Erhebung der Griechen unter Athens Führung,

323–322.