In der bildenden Kunst sind berühmte Zeitgenossen des Pheidias Myron von Eleutherä in Böotien (Diskobolos) und Polykleitos von Argos (Hera in Argos); Schüler des Pheidias Alkamĕnes und Paionios (Skulpturen in Olympia). Dann folgen Skopas von Paros (Mausoleum zu Halikarnaß 350, Niobegruppe) und Praxitĕles von Athen (Hermes zu Olympia); in Alexanders Zeit der Erzgießer Lysippos von Sikyon. Nach den Diadochenkämpfen die pergamenische Kunstschule (Zeusaltar zu Pergamon, der sterbende Fechter) und die rhodische Kunstschule (Laokoongruppe, farnesischer Stier).
Als Maler ragen hervor Zeuxis von Herakleia, Parrhasios von Ephesos (beide in Athen zu Sokrates’ Zeit), Apelles von Kos in Alexanders Zeit.
In Athen entfaltete sich Philosophie, Geschichtschreibung und Beredsamkeit zur höchsten Blüte; Platon von Athen (427–347) und seine Nachfolger (Akademiker) lehrten in der Akademie, Aristoteles von Stageira, Lehrer Alexanders des Großen (388–322), lehrte im Lykeion; seine Schüler die Peripatetiker. Um 300 gründete Zenon von Kition in der Stoa (Halle) die Schule der Stoiker, Epikūros von Samos die Schule der Epikureer. Diese vier Philosophenschulen erhalten sich bis weit in die römische Kaiserzeit hinein.
Geschichtschreiber: Xenophon von Athen, Ephŏros von Kyme, Theopompos von Chios († um 320), Timaios von Tauromenion († um 250). Redner: Antĭphon, Lysias, Isokrătes († 338), Demosthenes († 322), Äschines, Hypereides, Lykurgos.
Dichter der neuern Komödie: Philēmon und Menander um 300 zu Athen.
In Alexandria um 270 die Dichter Kallimachos von Kyrene, Theokrit von Syrakus, Apollonios, der später in Rhodos lebte; der Mathematiker Eukleides um 300, der Geograph Eratosthĕnes um 240, die Grammatiker Zenodotos um 280, Aristarchos um 180 (Erklärung des Homer).
Für die Aufnahme der griechischen Bildung bei den Römern waren besonders wirksam der Stoiker Panaitios von Rhodos und der Geschichtschreiber Polybios von Megalopolis, beide mit dem jüngeren Scipio befreundet (um 146). Nachblüte der griechischen Literatur und Kunst in der römischen Kaiserzeit.
E. Die Römer.
Italia,[19] ursprünglich Name des südlichsten Teils der Halbinsel, wird allmählich Gesamtname. Ursprünglich von sehr verschiedenen Völkerschaften bewohnt, gelangt Italien durch die Machtausbreitung der Stadt Rom zu nationaler und politischer Einheit, ohne die landschaftlichen Unterschiede zu verlieren.
Als älteste Einwohner erscheinen in Ober-Italien westlich die Ligŭrer, östlich die Venĕter, beides illyrische Stämme. Ihnen verwandt sind in Unter-Italien die Japyger. Die Mitte der Halbinsel bewohnen westlich die Latiner und Ausoner (Latium und Campanien), östlich die Umbrer und die sabellischen Stämme, welche sich erobernd ausbreiten: nach Latium dringen die Aequer und Volsker vor, in südlicher Richtung die Samniten und Lucaner, im Stammlande bleiben die Sabiner.