einem Bache, der 15 km nördlich von Rom in den Tiber fließt. Niederlage und Flucht der Römer auf das rechte Tiberufer, wodurch die Stadt preisgegeben wird.
Das von den Einwohnern verlassene Rom (nur der Mons Capitolinus bleibt besetzt) wird von den Galliern (unter Brennus) eingenommen, geplündert und niedergebrannt. Vergeblich versuchen sie, das Kapitol zu ersteigen, die Gänse der Juno; M. Manlius Capitolinus. Nach 7monatiger Einschließung des Burgfelsens wird der Abzug der Gallier durch Gold erkauft. Nach der römischen Sage verbietet der aus der Verbannung zurückgerufene Camillus als Dictator das Abwägen des Goldes (Vae victis!) und vertreibt die Feinde. — Rückkehr der Bewohner. Der Plan, nach Veii auszuwandern, wird von Camillus vereitelt. Rascher, aber unregelmäßiger Aufbau der Stadt, die bald wieder in ihrer alten gebietenden Machtstellung dasteht, nachdem Camillus die Äquer, Volsker, Etrusker besiegt hat.
Ausgleich der Stände, Entstehung der Nobilität.
Der Ständekampf beginnt aufs neue; die reicheren Plebejer streben nach Gleichberechtigung und Zutritt zu den Staatsämtern, die ärmeren nach Erleichterung des Schuldrechts und Anteil am Gemeindeland.
384.
Der Patrizier M. Manlius Capitolinus, der mit seinem Vermögen plebejische Schuldner löst, wird beschuldigt, nach der Königswürde zu streben, als Hochverräter verurteilt und vom Tarpejischen Felsen herabgestürzt.
366.
L. Sextius Lateranus, erster plebejischer Konsul, nach zehnjährigem Kampfe um die von ihm und C. Licinius Stolo als Volkstribunen beantragten Gesetze (leges Liciniae Sextiae), welche anordnen: 1. Erleichterung der Schuldner durch Abzug der gezahlten Zinsen vom Kapital, dessen Rest dann binnen drei Jahren in gleichen Raten zu zahlen ist; 2. Niemand soll mehr als 500 Morgen Gemeindeland in Besitz haben; 3. Aufhebung der tribuni militum consulari potestate; einer der Konsuln soll unbedingt Plebejer sein.
Als neues patrizisches Amt wird die Prätur eingerichtet zur Leitung der Rechtspflege, die bisher den Konsuln oblag. Der Prätor, von 6 Liktoren begleitet, ist auch Stellvertreter der Konsuln, wenn sie von Rom abwesend sind. Später außer dem praetor urbanus ein praetor inter peregrinos (für die Ausländer) eingesetzt. Ferner treten den plebejischen Ädilen zwei kurulische Ädilen zur Seite; sie üben gemeinsam mit ihnen die Markt- und Straßenpolizei und veranstalten die öffentlichen Festspiele, namentlich die ludi Romani alljährlich im September (cura annonae, cura urbis, cura ludorum); in der Führung dieses Amtes wechseln Patrizier und Plebejer Jahr um Jahr ab.
Nach und nach werden alle Ämter den Plebejern zugänglich, die Censur 351, die Prätur 337. Auch zu den Priesterkollegien der Pontifices und Augures erhalten die Plebejer Zutritt (300 lex Ogulnia).