Schlacht bei Cannae (in Apulien, am Aufidus), furchtbare Niederlage der Römer; gegen 50000 werden getötet, darunter mehr als 80 Männer senatorischen Ranges und der Konsul L. Aemilius Paullus, die übrigen werden gefangen oder zersprengt. Varro rettet sich mit einer kleinen Schar nach Venusia und sammelt allmählich einen Rest von 10000 Mann.

In demselben Jahre wird auch eine nach dem cisalpinischen Gallien geschickte Legion vernichtet. Der Abfall von Capua, die Lossagung der Samniten, Lukaner, Bruttier und vieler unteritalischer Städte vom römischen Bündnis ist die unmittelbare Folge der Schlacht bei Cannae.

Bewundernswürdige Haltung des römischen Senats. Die Trauer um die Gefallenen wird auf 30 Tage beschränkt, Hannibals Gesandten, welche die Lösung der Gefangenen anbieten, der Eintritt in die Stadt verboten; mit Heranziehung aller irgend Waffenfähigen, selbst Sklaven, wird ein neues Heer gebildet und zum Teil mit alten Beutestücken aus den Tempeln bewaffnet. Der Prätor M. Claudius Marcellus, schon im gallischen Kriege erprobt, und der Dictator M. Junius Pera verteidigen die römischen Stellungen bei Neapolis, Cumae und Nola. Hannibal bezieht Winterquartiere in Capua. Karthago schließt Bündnis mit Philipp V. von Makedonien und Hieronymus, dem Enkel und Nachfolger des Königs Hiero in Syrakus (S. 88).

215.

Wendung des Krieges zugunsten der Römer. Hannibal, bei Nola von Marcellus zurückgeschlagen, geht nach Apulien und gibt den Angriffskrieg auf. Aus Karthago erhält er, mit Ausnahme einer Sendung von 4000 Mann, keine Unterstützung. Die Römer dagegen bringen ihre Kriegsmacht bald auf 21 Legionen; ihre Flotte beherrscht von Lilybaeum aus das Meer und macht öfters Landungen an der afrikanischen Küste. Hannibals Hoffnung auf Zuzug aus Spanien wird vereitelt durch den

218–206.

Krieg der Römer gegen die Karthager in Spanien.

Die Feldherrn P. und Cn. Cornelius Scipio besiegen Hasdrubal, Hannibals Bruder, 216 am Ibērus (Ebro) und dringen bis in das Gebiet des Baetis (Guadalquivir) vor, wo sie sich unter wechselvollen Kämpfen bis 211 im ganzen siegreich behaupten. Zugleich bedrängen sie durch ihren Bundesgenossen Syphax, König von Westnumidien, die Karthager in Afrika. Das Bündnis mit Philipp von Makedonien bringt dem Unternehmen Hannibals ebenfalls keine Hilfe.

215–205.

Erster Makedonischer Krieg,