dat sal ic u wel segghen:

ic ben noch al de selve man,

die graef Floris sijn jonc leven nam.’

Holländisch: Oudt Amsterd. LB. bl. 10. Melis Stoke door Jan vander Does, T’ Amsterdam 1591. bl. 101; door Cornelis van Alkemade, Tot Leyden 1699. in fine. Alkemade hat am Schlusse seines Stoke denselben Text wiederholt, aber die Wörter oder Verszeilen anders gestellt, um überschlagende Reime regelmäßig in das Ganze hineinzubringen, auch neue Reimwörter eingeschwärzt, wodurch freilich das alte Lied hie und da an metrischer Correctheit gewonnen, meist aber an Kraft und alterthümlichem Klang eingebüßt hat. Ich habe deshalb weiter keine Rücksicht darauf genommen, sondern mich nur an die alten ursprünglichen Texte des Amst. LB. und Dousa gehalten. Gar keine Rücksicht verdient ein anderer jüngerer Text, welchen Alkemade zum Überfluss auf seinen ersten folgen lässt; es ist eine Bearbeitung aus der Schule der Rederijkers int 17. Jahrh., wie auch schon die Überschrift darthut: Lied van de dood van graef Floris van Holland,

die ter neder werd geslagen en geveld

van Geraerd van Velsen, zijn vassael vaeljant,

om dat hy zijn huisvrous eer had benomen met geweld:

zulks als hier in ’t gezang na d’oude wijs werd verteld.

und hat gar keinen poetischen Werth.

Das wahrhaft Geschichtliche in diesem Liede berichten am besten die Zeitgenossen Melis Stoke (ed. Huydec. II. D. bl. 255, 4. boek vers 1024 enz.) und van Velthem (ed. Le Long bl. 202. 3. boek cap. 44. enz.). Eigentliche Veranlassung zu der Gefangennehmung und dem nachherigen Morde ist wol nur in dem Übermuthe des holländischen Adels zu suchen, der sich durch des Grafen Bündniss mit Frankreich und durch die große Liebe, worin er bei den mächtigen Friesen und Kennemern stand, beeinträchtigt und gefährdet glaubte. Der Volksdichter griff daher ein populäreres und poetischeres Motiv auf, und dazu diente ihm die alte Sage, dass Gerhards van Velsen Gemahlin durch den Grafen Floris geschändet worden sei, und Gerhard eben darum an seinem Landesherrn so blutige Rache genommen habe. Allerdings mag Floris ein lebenslustiger Fürst gewesen sein, darum darf ihm aber noch ein solches Verbrechen nicht schuld gegeben werden. Die Zeitgenossen wissen nicht einmal, dass er ausschweifend war, auch folgt dies gar nicht aus dem spätern Beka (bei Leo, Niederl. Gesch. 1. Th. S. 712). Übrigens mochten seine Feinde manches ausgesprengt haben, um sich später vor dem erbitterten Volke zu rechtfertigen: Dahin gehört denn auch wol die Sage von der Nothzucht; der Pastor von Veltheim kennt sie schon, er gedenkt ihrer unter den Gründen, welche den Adel zum Verrathe veranlasst haben sollen; dass er jedoch selbst nichts davon hielt, beweist schon das Unbestimmte in der ganzen Angabe: