—wat sal’t u droefheit baren,

dat ghy uw Roemer sult ghenieten nu niet meer,

die u benomen heeft uw kuischheit en uw eer!

Zwei ebenfalls verschiedene Texte in Scheltema Mengelwerk 1, 199–202 und L. G. Visscher Bloemlezing 1, 48–50.

Willems (Nr. 48) hat unter allen diesen Texten eine kritische Auswahl (eene kritische keuze) gemacht, aber mit wenig Glück: so hat er z. B. die dritte Zeile jeder Strophe der Melodie zu Liebe um einen ganzen Fuß verlängert, wozu doch wol schwerlich eine rechtfertigende Quelle nachzuweisen wäre. Gleich in der ersten Strophe ändert er: hoe weinich wetet mine liefste, in der zweiten: ic voerdu verre uten lande; gegen das Ende hin hilft er sich durch Hinzufügung von Beiwörtern: met hare clene schone handen, met hare suete heldere stemme.

Das Lied ist alt, schon im 15. Jahrh. wurde sein Anfang zur Bezeichnung der Melodie geistlichen Liedern hinzugefügt (s. Hor. belg. 2, 83). Willems weiß ihm noch ein höheres Alter zuzueignen.

‘Dies Lied war bereits in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts bekannt, als die heil. Gertrud, Begine von Delft und geboren zu Voorburg in Holland, dasselbe täglich zu singen pflegte “referendo carmen ad dilectum suum Jesum Christum”; weshalb sie dadurch den Namen Gertrud von Osten erlangte. Diese Begine war eine niederdeutsche Dichterin. S Acta Sanct. Bolland. Januar. 1, 348.’

Ein niederdeutscher Text (bei Uhland Nr. 95. A.) aus Uhland’s niederd. LB. (Auf. des 17. Jahrh.) stimmt ganz mit dem Antw. LB.

Das deutsche Lied hat sich nicht bis auf die spätere Zeit erhalten. Im 15. Jahrh. sangen es noch die Bauern, es ist deshalb in einer Handschrift “Purengesang” überschrieben. So abweichend es in der Mitte vom niederländischen Liede ist, so stimmt es zu Anfange und zu Ende mit ihm überein. Es steht zuerst gedruckt in Mone’s Anzeiger 4, 455, danach bei Willems blz. 115 u. Mittler Nr. 21.

¶ 3, 2. wel ghemeit, stattlich—4, 2. bilo! ach!—6, 2. versmoren, ersticken, überhaupt umkommen—13, 3. wile, wiele, lat. velum, frz. voile, Schleier. Willems erklärt swarte wilen durch zwarte doeken, falsch: den schwarzen Weil trugen die Professschwestern, er lag über dem weißen leinenen Schleier oder Beffen und ging bis über die Schultern, s. Schmeller baier. Wb. 4, 55.—14, 4. belleken, Glöcklein.