Welch sel'ge Scharen gingen schon voran!

Am goldnen Tore harret Jesus dein,

Wie köstlich wird der Tag der Heimkehr sein!

Negerhütten in Afrika.

Sechzehntes Kapitel.
Des Helden Tod.

Der Exkönig Muanga wandte sich von seinem Verbannungsort im Viktoria Niansa aus brieflich an Mackay und bat um Hilfe zur Wiedergewinnung seines Thrones. Das bedeutsame Schreiben hat nach dem Eingange folgenden Wortlaut: »... ich, Muanga, bitte Dich, daß Du mir hilfst. Vergiß alles, was geschehen ist. Wir sind jetzt übel daran, aber wenn Ihr, meine Väter, zu mir kommen und mir behilflich sein wollt, mich wieder in mein Königreich einzusetzen, so sollt ihr Freiheit haben, alles zu tun, was ihr wollt. – Früher habe ich Gott nicht gekannt. Jetzt aber kenne ich die Religion Jesu Christi. Denkt daran, daß Kalema (der jetzige König) alle meine Geschwister (nach Landessitte) ermordet hat. Auch meine Kinder hat er ermordet. Herr Mackay, hilf mir! Ich habe keine Kraft mehr, aber wenn Du bei mir bist, werde ich wieder stark sein. Mein Herr, denke nicht, daß, wenn Du Muanga wieder nach Uganda führst, er wieder schlecht sein wird. Wenn ich böse werde, darfst du mich vom Throne werfen. Ich bin aber ganz anders geworden und will jetzt nur Deinem Rate folgen. Ich bin Dein Freund Muanga.«

Ein Jahr später eroberte Muanga mit Hilfe der Christen seinen Thron zurück, schlug die Araber aufs Haupt, verteilte die hohen Staatsämter an die eingeborenen Christen beider Konfessionen und stellte sich unter britische Oberhoheit, um seiner immer noch sehr lose sitzenden Krone mehr Festigkeit zu verleihen. Welche Wendung durch Gottes Fügung!

Mackay, der in Usambiro unterdessen emsig weiterbaute, das Evangelium Johannis in Luganda übersetzte, druckte und versandte, sah dem Umschwung der Dinge mit den Gefühlen eines Landmannes zu, der nach harter Geduldsarbeit seine Saaten in die Halme schießen sieht. Von seiner aufblühenden Station aus sandte er einen Aufruf an die Söhne Englands. Nachdem er einen kurzen Rückblick auf die wundersamen Ereignisse der letzten sechs Jahre gegeben und hervorgehoben hat, daß die bedeutendste und bis vor kurzer Zeit noch tyrannischste Macht in ganz Ostafrika jetzt in Händen von Männern ruht, die sich glücklich preisen, Christen zu sein, wirft er die Frage auf: »Aber ruht die Macht in den Händen des Christentums? Wird eine Nation an einem Tage geboren? Sie ist geboren; aber erst jetzt geboren, befindet sie sich im hilflosesten, kritischsten Zustande.« Dann schildert er, wie die römische Mission mit ihrer Wolfsmilch diesen Säugling nähren und für sich zu erziehen beflissen ist und fragt voll Sorge, ob das christliche England sich nicht ermannen und das neugeborene Kindlein mit reinem Blute nähren und in Zucht und Vermahnung zum Herrn großziehen will. »Soll diese herrliche Gelegenheit versäumt oder für immer verloren sein?«

»Ihr Söhne Englands, hier ist ein Feld für eure Tatkraft. Bringt eure beste Bildung und die größten Talente, hier findet ihr Raum, mit dem Pfunde zu wuchern. Ihr Männer Gottes, die ihr euer Leben der Rettung von Menschenseelen weihen wollt, hier ist das rechte Feld für euch. Nicht um Zahlen für eine Kirche, sondern um verlorene Seelen zu retten und für Jesum zu gewinnen, bitte ich euch ... hierherzukommen, wo das Feld weiß zur Ernte ist. Rom bricht herein mit seinem Seelenfang durch Sakramente, seiner Religion voll Menschensatzung. Wir brauchen Männer, die Christum, den Gekreuzigten und Auferstandenen, predigen. ›Gott ist ein Geist‹, und jeder, der das glaubt, werfe alle Bedenken über Bord und eile zu uns, um dieses Volk zu lehren, Gott im Geist und in der Wahrheit anzubeten.