Nothhaft vernahm mit innigem Wohlgefallen Birshers Worte. Er hätte tausend Eide geschworen, nur um den Folgen eines Schritts zu entgehen, den er weniger aus unverbesserlicher Bosheit, als, von frechem Trotze und Eifersucht bewegt, gethan hatte. Er entlief mit Riesenschritten dem Gasthause und suchte den Weg nach seinem Städtchen. Birsher war mit seinen Entschlüssen zufrieden, und überlegte gerade, wie er dem Senator, wenn derselbe sich nicht bereits auf der Flucht befände, seinen edelmüthigen Vorsatz kund zu geben hätte — wie er von Justine Abschied nehmen sollte, als der Magister aus Faldern zu ihm trat.

»Was wollen Sie, Magister?« fragte Georg hastig und verdrüßlich, gestört zu werden.

»Der Ueberbringer des Dankes sein, welchen Ihnen zwei redliche getröstete Herzen zollen,« antwortete der Magister freundlich und zutraulich.

»Zwei getröstete Herzen? — Schon gut!«

»Und der Bitte zugleich, diesen Dank aus dem Munde der Getrösteten selbst hören zu wollen.«

»Ihr Zögling soll zu mir kommen. Ich will ihn kennen lernen.«

»Und Justine, die sich sehnt, Ihnen ein dankbares Wort zu sagen.«

»Welche Zumuthung? Will sie sehen, wie mich die Entsagung kleidet?«

»Und Justine, die sich vor Ihnen rechtfertigen möchte?«

»Falschheit, sich rechtfertigen? Ich mag sie nicht beschämen!«