»Ihre Güte war mir unbegreiflich,« fuhr James heftig und entzückt fort: »aber die Wege der Vorsehung sind es ja auch, und dennoch gut und dennoch beglückend! Mögen Sie es doch wissen, daß ich Alles erfuhr, aus Birshers edelmüthigem Munde erfuhr!...«

»Birsher? um's Himmels willen! was weißt du?«

»Daß Sie mit ihm geredet, daß Sie sein Herz gerührt!.... daß Justine — das herrlichste Glück! daß Justine mir gut ist, daß sie, die so schlau ihre Liebe zu verbergen wußte, mein Bild, — vielleicht hat ihre liebe Hand es selbst entworfen — mein Bild auf ihrer Brust trägt, — daß der gefürchtete Bräutigam zurücktritt!...«

»Mensch! du fabelst!«

»Läugnen Sie nicht, mein Vater! Ist es denn ein Verbrechen, einen liebenden Jüngling zu beglücken? Ich bin verschwiegen! Ich sehe ein, daß Sie Gründe haben können, vor dem Superior, der mich in's Noviziat schleppen will, Ihr menschenfreundliches Bestreben zu verbergen, daß Sie nur Zeit gewinnen wollen!... Legen Sie jedoch uns gegenüber das Geheimniß ab, und hören Sie meinen Plan. Ich werde nicht Priester! Der Soldatenstand allein kann und wird mich Justinen näher bringen. Ich habe gestern des letzten Schwedenkönigs Leben gelesen — es hat mich begeistert! Noch bin ich jung; noch wetterleuchtet es am Horizonte Europa's! Ich liebe, ich hoffe! das Glück muß mir zur Seite stehen!«

»Jesus Christus!« versetzte der Doctor blaß und betrübt: »Du lässest mich nicht zu Worte kommen, und dennoch muß ich dir mit blutendem Herzen betheuern ...«

Rasche Schritte von Annähernden unterbrachen ihn. Der Superior mit allen Zeichen des Schreckens — die Lainez, wie ein Schatten folgend — eilten herbei.

»Hannibal ante portas!« rief der Erstere, der einen dicken Brief in der Hand trug: »Hochwürdiger Herr! Jetzt gilt's, zum Streit sich rüsten!«

»Wie so? wie das?« fragten der Doctor und James.

»Erzählen Sie, während ich dies Schreiben durchlaufe;« versetzte der Superior zitternd und bebend. Die Lainez sprach mit erlöschender Stimme: