»Unser Herr Jesus Christus fand unter dieser Classe seine ersten Jünger.«
»Hm! ja. Sehr viele Weibspersonen finde ich hier aufgezeichnet; zum Theil wohl aus den bessern Ständen. Nun ja; das sind die Lämmlein, die zum Paradiese locken. Aber ... aber ... ich vermisse denn doch die Männer von Gewicht. Ein paar Kaufleute, ... ein Recheneiverwalter ... ein quiescirter Fünfzehner, ... heilige Maria! was will das im Ganzen heißen? Den Beschluß der Reihe macht doch endlich ein Senator. Wer ist der Mann? Derselbe, von dem Sie schon ein Wörtlein fallen ließen?«
»Derselbe, Pater Superior.«
»Hat seine Bekehrung sich so schnell gemacht? Gelobt sei der Herr. Dürfen wir von ihm hoffen?«
»Vieles. Er ist durch ein besonderes Verhängniß ganz der Unsrige geworden.«
»Favente Deo. Recht. Wie hat sich die Lainez gemacht?«
»Sie hat Einiges gethan; doch Unwichtiges. Das Weib ist zu eitel, leichtsinnig und verliebt.«
»Bene dixisti, Pater Münzner. Eitel und verliebt. Die Französin sieht überall hervor, und ihr Mann hat nicht so viel an ihr verloren. Es hat ihr indessen eine Zeitlang mit Proselyten recht geglückt. Sie ist sehr fromm und möchte die ganze Welt in's Paradies bringen. Eine lustige, schnackische Frauensperson im Uebrigen; nimmt nichts übel, und hat dem Pater Provinzial, der sie mir empfohlen, viele trübe Grillen verscherzt. Sie weiß allerlei von Sr. Hochwürden zu erzählen, und hält sich damit oben, so daß ihr Sub manu eine ewige Versorgung aus der zu ähnlichen Zwecken bestimmten Kasse versprochen wurde. Hierin wurde aber eine kluge Reservatio mentalis beliebt. Ködert sie nicht mehr, so steckt man sie in ein Kloster, und damit gut. Die Schwestern mögen sie dann füttern. Also hier hat sie wenig genützt?«
»Das Wichtigere hat sie vor kurzer Zeit übernommen: die Bekehrung der Tochter jenes Senators. Aber ein unseliger Zufall reißt hier alle Hoffnung ab.«
»Wie so?«