Die Energie, mit der das Verfolgen geschieht, bestimmt hauptsächlich den Wert des Sieges. Die Verfolgung ist ein zweiter Akt des Sieges, in vielen Fällen sogar wichtiger als der erste. Indem sich die Strategie hier der Taktik nähert, um von ihr das rollende Werk in Empfang zu nehmen, läßt sie den ersten Akt ihrer Autorität darin bestehen, diese Vervollständigung des Sieges zu fordern.
Das erste Verfolgen hat verschiedene natürliche Grade.
Der erste ist, wenn es mit bloßer Reiterei geschieht. Dann ist es im Grunde mehr ein Schrecken und Beobachten als ein wahrhaftes Drängen, weil der kleinste Bodenabschnitt gewöhnlich hinreicht, den Verfolgenden aufzuhalten. Soviel die Reiterei bei einer erschütterten und geschwächten Truppe gegen den einzelnen Haufen vermag, so ist sie doch gegen das Ganze immer nur die Hilfswaffe, weil der Abziehende seine frischen Reserven zur Deckung seines Rückzugs verwenden und so beim nächsten, unbedeutendsten Bodenabschnitt durch die Verbindung aller Waffen mit Erfolg widerstehen kann. Nur ein in wahrer Flucht und gänzlicher Auflösung befindliches Heer macht hier eine Ausnahme.
Der zweite Grad ist, wenn die Verfolgung durch eine starke Vorhut von allen Waffen geschieht, bei der sich natürlich der größte Teil der Reiterei befindet. Ein solches Verfolgen drängt den Gegner bis zur nächsten starken Stellung seiner Nachhut oder bis zur nächsten Aufstellung seines Heeres.
Der dritte und stärkste Grad ist, wenn das siegreiche Heer selbst im Vorgehen bleibt, soweit die Kräfte reichen. In diesem Fall wird der Geschlagene die meisten Aufstellungen, zu denen ihm die Gegend einige Gelegenheit bietet, auf die bloßen Anstalten eines Angriffs oder einer Umgehung wieder verlassen.
Aber auch bei diesem ersten Verfolgen bleibt die Wirksamkeit des Sieges in den seltensten Fällen stehen, und es fängt nun erst die eigentliche Bahn an, zu der der Sieg die Schnellkraft verliehen hat. Dabei kann man wieder drei Grade unterscheiden: ein bloßes Nachrücken, ein eigentliches Drängen und einen Parallelmarsch zum Abschneiden.