(Er eilt zum Zimmer hinaus, und in der geöffneten Thüre werden mehrere gepuzte Knaben sichtbar, die jenen in ihrer Mitte fortführen.)
2ter Auftritt.
(Bertha wirft sich auf einen Sessel, legt die gefaltenen Hände in den Schoos, und blickt lange noch dem entschwundenen Bruder nach. Endlich spricht sie:)
»Da geht er hin, um sich lächerlich zu machen, der kleine Thor! Nun, wem nicht zu rathen ist, dem ist nicht zu helfen. Indessen würde er mich dennoch herzlich dauern, wenn er von seinem Beginnen Aerger und Verdruß haben sollte. Er ist ja mein Bruder, und alles was ihn betrift, Freude und Leid fühlt Schwesterchen Bertha lebhaft mit ihm. Doch – (springt von ihrem Sitz auf) doch warum gräme ich mich um ungewisse Dinge? Herr Marko kann ja auch artiger seyn als ich denke. Nein ich will mich in meiner fröhlichen Laune nicht stören lassen. Ist doch mein Mütterchen wieder gesund und heiter, daher soll und kann mich nichts verstimmen.«
(Sie reibt sich vergnügt die Hände, und hüpft singend gegen die Thüre.)
3ter Auftritt.
(Lidy tritt herein und sagt:)
»Die Stimme der lustigen Bertha hört man im Hause weit und breit ertönen – sprich was macht Dich denn so überfroh?«
Bertha: »Und Du kannst noch fragen, Du Lidy die Du eine gleiche Erfahrung gemacht hast! die Genesung der theuern Mutter ist es, die mich durch und durch entzückt, daß ich wie ein fröhliches Vögelein eine Sangesweise um die andere anstimme.«
Lidy: »Ja, ja, du hast Recht liebe Bertha. Wir Alle haben Ursache mit frohem Muthe Gott zu danken; denn wie ich höre wollen unsere lieben Mütter nächsten Sonntag den ersten Ausgang in die Kirche unternehmen; da kam mir der Gedanke: wir sollten, ehe dies geschieht, ihre Wiederherstellung durch ein kindliches Fest vereint feiern. Wie meinst Du Bertha?«