Franz: »Du machst mich neugierig, sprich, was ists.«

Emma: »Schwester Bertha, Lidy und ich, wir haben beschloßen, unserer lieben Mutter Genesung zu feiern. Wie? das sollst Du gleich hernach erfahren, denn ich werde jenen sagen: daß sie Dich, als unsern guten Bruder auch Antheil nehmen lassen müssen. Komm nur, komm!« –

(Beide gehen ab; der Vorhang fällt.)

3ter Aufzug.

(Im Hintergrund sieht man einen Kreis weißgekleideter Mädchen, unter ihnen Emma, Bertha, und Lidy. Sie sind eifrig beschäftigt Blumengewinde zu flechten. Franz ist ihnen dazu behülflich, indem er aus mehreren Körbchen taugliche Blumen heraus sucht, und sie jenen hinreicht. Weiter vorne, in der Mitte der Bühne, steht ein kleiner, mit Blumen bekränzter Altar.)

(Emma und Bertha erscheinen nun, eine fertige große Guirlande tragend, in dem Vordergrund und Erstere spricht:)

»Wo Freundschaft und Liebe sich vereinigt, muß jeder schöne Plan gelingen. Und so hat auch dieses Gewinde seine Entstehung erhalten. Unsere Freundinnen haben wacker geholfen, aber alle sind ja auch der guten Mutter Dank für ihre Freundlichkeit und Aeusserungen der Freude über ihre Genesung schuldig; und wir? – O könnte jedes Blättchen sprechen, dennoch würden die Gefühle nicht erschöpfend geschildert werden können, die für die Theure unser Inneres beleben.« (Mit diesen Worten kommen Emma, Bertha und Franz von der Bühne herab, nähern sich der Mutter, umschlingen sie mit der Guirlande, und rufen mit einer, von frohen Rührungsthränen erstickten Stimme:)

Heil der Genesenen!

(Eine lange heiße Umarmung folgt darauf, in welcher nur einzelne zärtliche Worte den mütterlichen und kindlichen Lippen entschlüpfen. Dann kehren die Geschwister auf die Bühne zurück und nun folgt Lidy begleitet von Emma und den andern Mädchen, und umschlingt mit Hülfe ersterer ihre Mutter, mit dem zweiten Blumengewinde, und ihr Ausruf:

»Heil der Geretteten!«