»Ja, ja, Kinder, Ihr redet geradeso wie Eure Väter geredet haben, weil Ihr Euch um das, was in der Welt vorgeht, nicht kümmert! Ihr meint immerfort, die Deutschen seien noch die Kleinkrämer, auf die wir mit Verachtung herabblicken können. Ich sag' Euch aber, daß dies alles anders geworden ist, ganz anders! Sie sind in Deutschland reich geworden, schwer reich, ekelhaft reich, und darum ist's ein Unsinn, daß wir immer noch wie hypnotisiert auf die Misses von Amerika und England starren! Es gibt heute in Deutschland eine Unzahl von reichen Mädchen, die obendrein auch noch gut aussehen und sich zu kleiden wissen, jawohl, Gaulo, wenn Du auch noch so sehr grinst und meinst, Du seist in Heiratsgeschichten unfehlbar! Frage einmal beim Portier von Bauer-Grünwald nach, wer jahraus, jahrein in den seidentapezierten Salons bei ihm wohnt, da wirst Du Namen hören, hinter denen Millionen und immer wieder Millionen stehen, und Frauen, die sich überall sehen lassen können …«
Gaulo sagte trocken:
»Danke, ich bleibe lieber beim ›Danieli‹ und ›Beaurivage‹!«
Die andern lachten, denn sie wußten ja, daß von dort aus Gaulo durch einen Vertrauensmann die Ankunft der reichen Angelsächsinnen erfuhr, Ettore aber, der bis jetzt ziemlich teilnahmlos geblieben war, mischte sich ins Gespräch und gab zum allgemeinen Staunen Spatò recht. Keiner begriff ihn, denn er hatte bis zum heutigen Tage immer eine gewisse Verächtlichkeit für die deutschen Frauen an den Tag gelegt, und darum dachten sie, daß auch aus ihm nur ein momentaner Widerspruchsgeist redete. Er aber aber beharrte:
»Ich bin ganz der Meinung Spatòs. Wir täten sehr gut, wenn wir einmal das Geld und die Frauen der Deutschen in Betracht ziehen würden!«
Und Spatò fuhr fort:
»Jawohl, Gaulo, ich werde Dir gleich beweisen, wie richtig meine Behauptung ist.«
»An der Hand des Portiers von Bauer-Grünwald?«
»Sie ist ebenso gut wie die Hände von ›Danieli‹ oder ›Beaurivage‹!«