»Also meinetwegen,« sagte Gaulo, der in Spatòs Worten Schärfe spürte und keinen Streit aufkommen lassen wollte. Ettore aber horchte auf, als ob Spatò nur für ihn spräche.

»Also merkt auf: Da wohnen seit ein paar Tagen im ›Bauer-Grünwald‹ Deutsche, denen man gar nichts Besonderes ansieht. Vater und Tochter. Der Portier hat sie mir gezeigt und ihren Namen gesagt. Sie heißen: Scio … Sce …« Spatò machte noch einige weitere, vergebliche Versuche, einen deutschen Namen zu buchstabieren, ließ aber, da er die Aussichtslosigkeit einsah, davon ab und sagte: »Nun, den Namen werd' ich Euch nachher zeigen, der Portier hat ihn mir aufgeschrieben. Also das ist ein alter Offizier mit seiner Tochter, einem hübschen und ganz eleganten Mädchen. –«

Ettore hörte jetzt gespannt zu.

Gaulo markierte ein Gähnen.

»Nun erzähl' uns noch, daß auch die deutschen Offiziere Milliardäre sind, dann hast Du für heute so ziemlich den Gipfel der Absurdität erreicht!«

»Laß Spatò doch ausreden!« sagte Priuli so zuversichtlich, als wisse er jedes Wort, das Spatò noch sagen wollte.

»Jawohl, Gaulo, hör' mich bis zu Ende an! Dieser alte Offizier, der bisher wahrscheinlich in irgendeiner kleinen Garnison mit seiner Familie ein Fretterleben geführt hat, machte plötzlich eine Erbschaft, eine Sensationserbschaft, um die schon seit achtzig Jahren ein hartnäckiger Prozeß von Generation zu Generation geführt worden ist …«

»Querelles allemandes!« warf Gaulo ironisch hin.

»Nein, gar nicht querelles allemandes, denn dieser Streit ging nicht um nichts, sondern um viele Millionen!«

Jetzt fing Gaulo an, sich für die Geschichte zu interessieren.