»Es ist eigentlich ein Unsinn, immer hinter diesen Ausländerinnen herzujagen. Man sollte sich mehr an die Töchter des Landes halten!«
Spatò meinte:
»Freilich! Nur haben leider die Väter des Landes sehr wenig Geld!«
Ja, darin hatte er wohl recht, das gaben alle zu. Das war ja eben der Jammer, daß man auf die Ausländerinnen angewiesen war, mit denen man sich in der Ehe dann schlecht verstand und schlecht vertrug. Die Fabbrianis zwar, deren Familie sich ein paarmal mit dem österreichischen Hochadel verschwägert hatte, meinten, daß die Oesterreicherinnen, natürlich die Oesterreicherinnen aus den italienischen Sprachgebieten, angenehme Gattinnen abgäben, die sich leicht und gut in die Besonderheiten Italiens und der vornehmen italienischen Ehe einlebten. Sie stießen aber auf den vereinten Widerstand der andern drei, die nichts von Oesterreich wissen wollten. Oesterreich war für sie trotz des Dreibundes der Bedränger Italiens, mit dem man wohl über kurz oder lang aneinandergeraten würde, und wenn diese jungen Leute sich auch nicht im geringsten um Politik kümmerten, so war ihnen doch die Abneigung gegen Oesterreich in Fleisch und Blut übergegangen.
Die Fabbrianis gaben schließlich klein bei.
»Also schön, keine Oesterreicherinnen! Aber wen dann? Mit den Amerikanerinnen ist das doch so eine Sache –«
Der Blonde schielte zu Ettore hinüber, der unbefangen und aufmerksam Rauchkringel in die Luft blies, als hätte er nie von einer Amerikanerin einen Korb erhalten.
»Und die Engländerinnen –«
Gaulo nahm heftig für die Engländerinnen Partei. Er war, wie die meisten Italiener, ein großer Anglomane, weil er, wiederum wie die meisten seiner Landsleute, verwandte Seiten mit den Engländern besaß. Ihre Geldgier, ihre Rücksichtslosigkeit, ihre Kunst sich durchzusetzen und zu behaupten, imponierten ihm mächtig, und die ungeheuren Reichtümer, die sie ansammelten, natürlich noch mehr. Er sagte:
»Ich hoffe zuversichtlich, einmal eine Engländerin zu heiraten. Von allen Frauen, die ich kennen gelernt habe, gefallen sie mir in jeder Hinsicht weitaus am besten!«