Die Yankies bedienen sich eines Sauerteigs aus Salz, warmem Wasser oder Milch; allein obschon der mit Salz bereitete Sauerteig recht gut aussehende Brode giebt, indem sie viel weißer und fester erscheinen, als die mir Hopfen-Hefen bereiteten Brode, so wird doch durch ersteres Verfahren dem Brodteige ein Beigeschmack mitgetheilt, der nicht jedermanns Gaumen behagt, wozu noch kommt, daß bei sehr kaltem Wetter jener Sauerteig fast seine Dienste versagt.
Nachdem ich Ihnen so mein Recept mitgetheilt habe, will ich in die Verandah zu meiner Gesellschaft zurück kehren, die, ich kann Ihnen versichern, sehr angenehm und traulich war, und wo jeder nach Kräften das Seinige zur Unterhaltung beitrug.
Wir hatten Bücher und Zeichnungen, und eine Menge indianischer Tändeleien und Putzgeräthschaften, die Sammlung mancher langen Reise an ferne Gestade, zu besehen und zu bewundern. Bald nach Sonnenuntergang brachen wir auf und nahmen unsern Weg durch die Wälder nach dem Landungsplatze am See-Ufer, wo wir unser Rinden-Canoe bereit fanden, uns nach Hause zu führen.
Während unsrer Fahrt, gerade beim Anfange der Stromschnellen zog ein kleiner Gegenstand im Wasser, der schnell dahin schwamm, unsre Aufmerksamkeit auf sich; die Meinungen über den kleinen Schwimmer waren verschieden: Einige glaubten, es wäre eine Wasserschlange, andre hielten ihn für ein Eichhörnchen oder eine Moschuß-Ratze; einige schnelle Ruderschläge brachten uns dem räthselhaften Wandrer näher, so daß wir ihm den Weg versperrten; es war ein hübsches rothes Eichhörnchen von einer benachbarten Insel, und wahrscheinlich auf einer Entdeckungsreise begriffen. Das niedliche Thierchen, anstatt sein Heil in der Flucht nach einer entgegengesetzten Richtung zu suchen, sprang mit einer Beherztheit und Geschicklichkeit, die seine Verfolger in Erstaunen setzte, leicht an der aufgehobnen Ruderschaufel in die Höhe, und von dieser meinem erschrocknen Knaben gerade nach dem Kopfe, und, nachdem es meine Schulter gewonnen, wieder ins Wasser, und steuerte geraden Weges dem Ufer zu, ohne auch nur einen einzigen Strich von der Linie abzuweichen, welche es verfolgte, als es zuerst unsers Canoes ansichtig wurde. Die Behendigkeit und der Muth dieses harmlosen Geschöpfs, überraschten und unterhielten mich; ich hätte der Sache kaum Glauben schenken können, wäre ich nicht selbst Augenzeuge von seinem Benehmen gewesen, und überdies an den Schultern durch das von seinem Pelze träufelnde Wasser tüchtig durchnäßt worden.
Vielleicht erscheint Ihnen meine Eichhörnchen-Anekdote unglaublich; allein ich kann mit meiner persönlichen Erfahrung für ihre Wahrheit bürgen, da ich den muntern Springer nicht nur sah, sondern auch fühlte. Die schwarzen Eichhörnchen sind sehr liebenswürdige und hübsche Thierchen und beträchtlich größer als die rothen, grauen und gestreiften; die letztern werden von den Indianern »Tshit-munks (Chit-munks)« genannt.
Letzten Sommer wurden wir von diesen kleinen Räubern tüchtig geplündert, die rothen Eichhörnchen stahlen uns große Quantitäten indianischen Korns, nicht blos vom Stengel, als die Saat in der Reife begriffen war, sondern sie kamen sogar durch einige Lücken in den Blockwänden in die Scheunen, und schleppten sehr viel Getraide, (indianisches Korn) fort, das sie sehr geschickt von der Spindel abzulösen und nach ihren Vorraths-Magazinen, in hohlen Bäumen oder unterirdischen Höhlen, zu transportiren verstanden.
Die kleinen Thierchen sind sehr begierig nach Kürbißkörnern, man sieht sie häufig unter dem Vieh umher schnellen, und wenn dieses die Kürbisse zerfleischt, mit den herausfallenden Samen davon eilen. Nicht weniger gern fressen sie die Samen der Sonnen-Blumen, welche in unsern Gärten und Lichtungen eine riesenhafte Höhe erreichen. Das Feder-Vieh liebt die Sonnen-Blumen-Körner ebenfalls sehr, und ich sammelte die reifen Blumen, in der Absicht, einen guten Vorrath dieser Delicatesse für meine armen Hühnchen während des Winters zu haben. Eines Tages ging ich, die reifen Köpfe abzuschneiden, wovon die größten einem großen Präsentirteller glichen, sah aber zu meinem Aerger zwei diebische rothe Eichhörnchen ämsig in Sammlung der Samen, wie Sie wohl denken können, nicht für mich, sondern, für sich selbst beschäftigt.
Nicht zufrieden mit Ablösung der Samen, durchsägten die kleinen Diebe mit ihren scharfen Zähnen geschickt die Blumenstengel, und schleppten ganze Samen-Köpfe auf einmal fort, dabei waren sie so keck, daß sie sich durch meine Annäherung nicht im geringsten stören ließen, und wichen nicht eher, als bis sie sich ihrer Beute bemächtigt hatten, und mit einer Ladung, die wohl zweimal so schwer war, als ihr leichter Körper, über Geländer, Wurzeln, Baumstummel und Holz-Blöcke pfeilschnell davon eilten, so daß sie jede Verfolgung von meiner Seite vergeblich machten.
Groß war der Verdruß, den das kleine muntre Pärchen an den Tag legte, als es behufs einer zweiten Ladung wieder kam und die Pflanzen ihrer Köpfe beraubt fand. Ich hatte alles, was noch übrig war, abgeschnitten und in einem Korbe auf einen kleinen Block, gleich neben einer offnen Glasthüre, an die Sonne gestellt;