Nur selten verstehen sie sich dazu, einen Artikel, den man gerade nothwendig braucht, zu verfertigen. Wünscht man Körbe von einem besondern Muster zu kaufen, und haben sie nicht zufälliger Weise dergleichen fertig, so ertheilen sie die gewöhnliche unbestimmte Antwort: — »Mit der Zeit,« (by and by). Wenn die Artikel, welche man ihnen für die ihrigen giebt, ihren Erwartungen nicht entsprechen, so sagen sie mit einem verdrüßlichen mürrischen Ausdruck in Blick und Stimme: — »Car-car« (Nein, nein), oder »Carwinni,« was eine noch stärkere Verneinung ist. Gefällt ihnen dagegen das Geschäft, so geben sie ihre Zufriedenheit durch verschiedne bestätigende Winke und Kopfnicken, und einen fast grunzenden Laut zu erkennen; Enten, Fische, Wildbret oder Körbe stellen sie vor den Käufer hin und nehmen dagegen die Tausch-Artikel in die weiten Falten ihrer Hemden oder Umschlagetücher oder legen sie in eine Art von Binsen-Koffer; nicht unähnlich jenen Strohkörben, worin englische Zimmerleute ihre Werkzeuge tragen.

Die Weiber ahmen die Kleidung der Weißen nach. Manche der jungen Mädchen nähen sehr gut. Ich gebe ihnen oft Fleckchen Seide und Sammet oder Spitzen, wofür sie sich sehr dankbar zeigen.

Ich habe gegenwärtig sehr viel mit meinem Garten zu thun. Einige unsrer Sämereien sind bereits in der Erde, doch sagt man mir, daß ich etwas zu eilig gewesen; es seien zehn gegen eins zu wetten, daß die jungen Pflänzchen durch die Spätfröste, welche sich oft den Mai hindurch, ja selbst noch zu Anfange Junis einstellen, umkommen werden.

Unser Garten hat vor der Hand noch nichts aufzuweisen, er ist nichts als ein mit einer rohen Latten-Einfriedigung, zur Abwehr des Viehs von unsern Anpflanzungen, umgebnes Stück Land. Im nächsten Frühjahr hoffe ich ein hübsches Geländer darum, und einige Beete mit Blumen bedeckt zu sehen. In gegenwärtigem Frühjahr giebt es so viel drängende Arbeit, um das Land zur Aufnahme der Saaten völlig zu lichten und zu reinigen, daß ich meine Ansprüche auf den Besitz eines Ziergartens gern in den Hintergrund treten lasse.

Die Waldbäume sind ziemlich alle belaubt. Nie sah ich den Frühling schneller eintreten als in diesem Jahre. Das Grün der Blätter ist äußerst lebhaft. Tausend liebliche Blumen entfalten in den Wäldern und auf dem gelichteten Boden ihre zarten Blüthen. Auch sind unsre canadischen Sänger nicht stumm. Das lustige Gezwitscher des Rothkehlchens, die süßen Laute der Amsel und der Drossel nebst dem schwachen, aber nicht unangenehmen Schlag eines kleinen Vogels, Namens Thitabebec, und die lieblichen Triller eines Zaunkönigs füllen unsre Wälder.

Was mich betrifft, so halte ich es weder für nöthig noch weise, das Gute, was wir besitzen, zu tadeln, weil es nicht ganz für das Ersatz leistet, dessen wir uns früher erfreuten. Es ist meines Wissens unter den Reisenden leider die Mode eingerissen, zu behaupten, daß unsre gefiederten Schaaren theils stumm seien, theils höchst widrige, das Ohr zerreißende Töne ausstoßen und mehr unangenehm als willkommen erscheinen. Es würde eine Unwahrheit sein, wenn ich behaupten wollte, daß unsre Singvögel zahlreicher und melodienreicher seien als die europäischen; allein eben so wenig darf ich dulden, daß man mein neues Vaterland seiner Rechte beraubt, ohne ein Wort zur Vertheidigung unsrer beflügelten Musiker zu sagen. Ja selbst den Fröschen Canadas hat man, das Monotone ihrer Stimmen abgerechnet, Unrecht gethan, ihr Concert erscheint mir in der That nicht ganz unmelodisch. Die grünen Frösche sind sehr schön, sie zeichnen sich durch braune eirunde Schilde auf dem lebhaftesten Grün aus; auch übertreffen sie an Größe die dicksten unsrer englischen Frösche und sind unstreitig weit schöner