Ist der Boden sehr trocken, so läuft das Feuer in allen Richtungen darüber, das dürre Laub, Reisig und die Wurzeln zerstörend. In der Nacht ist die Wirkung noch sichtbarer; bisweilen weht der Wind brennende Reiser und dergleichen in die hohlen Fichten und verwitternden Stummel, diese fangen sehr bald Feuer und bieten dem Auge ein Schauspiel dar, welches äußerst schön und seltsam ist. Feuer-Säulen, deren Basis in dichte Rauchwirbel gehüllt ist, zeigen sich in jeder Richtung und senden dichte Funken-Schauer aufwärts, welche, durch den Wind umhergewirbelt, wie Schwärmer und Feuer-Räder erscheinen. Einige von diesen hohen Stummeln nehmen sich, wenn das Feuer ihre Spitze erreicht hat, wie Gaslaternen-Pfähle aus. Das Feuer dauert bisweilen tagelang nach einander fort.

Nachdem es erlöscht ist, werden die Brändte gesammelt, in Haufen gelegt und nachmals angezündet; und so befremdend es Ihnen vorkommen mag, — ich möchte behaupten, es gebe kein interessanteres und aufregenderes Werk als das Errichten der Holzhaufen, das Aufstören und Einschließen der sterbenden Flammen und ihre Ernährung durch frisches Brennmaterial.

Es finden stets zwei dergleichen Verbrennungen statt, zuerst nehmlich werden die Reisighaufen, welche den Winter über unversehrt gelegen haben, nachdem sie durch die trocknenden Stürme und die heiße April- und Mai-Sonne gehörig ausgedörrt sind, in Flammen gesetzt; dies geschieht jedesmal vor Klafterung der Baumstämme.

Ist das Wetter trocken und bläst ein lebhafter Wind, so wird viel von dem leichteren Holze verzehrt, und die größeren Bäume werden zu gleicher Zeit zerkleinert. Nachdem dies vorüber ist, wird das Uebrige für das zweite Feuer gefällt, geschnitten und gehäuft; endlich sammelt man die Brändte und unverzehrten Ueberbleibsel, um sie ebenfalls dem Feuer zu überliefern, bis der Boden von allen Hindernissen, mit Ausnahme der Baumstummel, welche selten mit verbrennen und mehre Jahre hindurch ein wahrer Dorn für das Auge bleiben, befreit ist. Hierauf wird die Asche umher gestreut und das Feld mit gespaltnen Baumstämmen eingefriedigt — der Boden ist jetzt gelichtet und urbar.

Unsre Aussaat in diesem Jahre besteht in Hafer, indianischem Korn, Kürbissen, Kartoffeln und etwas weißen Rüben; nächsten Herbst werden wir Weizen, Roggen, Kartoffeln und indianisches Korn haben, und dadurch im Stande sein, unsern Viehstand zu vermehren. Gegenwärtig haben wir blos ein Joch Ochsen: Buck und Bright, (die Namen von drei Viertheilen aller Zug-Ochsen in Canada), zwei Kühe, zwei Kälber und zwei kleine Schweine, zehn Hühner, drei Enten und einen niedlichen braunen Klepper, welcher aber leider ein so geschickter Springer ist, daß er fast über jede Einfriedigung wegsetzt, daher wir uns wohl von ihm werden trennen müssen.

Alles Vieh, das sich gern losreißt und umherstreift, ist ein bedeutender Friedenstörer und lößt manche nachbarliche Freundschaft auf, weshalb jeder Ansiedler, dem es auf ein gutes Vernehmen mit seinen Nachbarn ankommt, dergleichen Vieh, und wenn es übrigens noch so brauchbar wäre, lieber veräußert.

Ein kleiner Pachter im Mutterlande dürfte eben keine hohe Meinung von unsern canadischen Besitzungen hegen, besonders wenn ich hinzufüge, daß unsre ganzen Ackergeräthschaften aus zwei Sensen, verschiednen Aexten, einem Spaten und einigen Hacken bestehen. Hierzu kommt noch eine seltsame Art von Egge, in Gestalt eines Dreiecks, um besser zwischen den Baumstummeln durchkommen zu können. Dies ist im Vergleich mit den neu angestrichnen Werkzeugen der Art, welche ich in England gesehen habe, eine grobe Maschine. Ihre einzelnen Theile sind roh zugehauen und ohne Rücksichtsnahme auf ein gefälliges Aeußere mit einander verbunden; die möglichste Tauglichkeit ist alles, worauf man hier sieht. Der Pflug kommt selten vor dem dritten oder vierten Jahre ins Land, auch ist dies nicht erforderlich; der allgemein übliche Feldwirthschafts-Plan, den neuerdings urbar gemachten Boden mit Weizen oder Hafer und, außer dem Getraide, mit Grassämereien zu besäen, (letzteres, um Weide für das Vieh zu erhalten), macht den Pflug nicht eher nöthig, als bis die Zeit eintritt, wo das Grasland aufgerissen werden muß. Diese Methode verfolgen die meisten Ansiedler, so lange sie mit Lichtung des Wald-Bodens beschäftigt sind; sie lichten stets so viel, als zur Unterhaltung einer regelmäßigen Aufeinanderfolge von Weizen und Frühlings-Saaten erforderlich ist, während sie das früher gelichtete Land mit Gras besäen.

Der niedrige Preis, wofür jetzt fast jede Getraide-Sorte zu haben ist — der Scheffel (Bushel) Weizen kostet nur zwei Schillinge vier Pence bis höchstens vier Schillinge — macht seine Cultur weniger wichtig als die Aufziehung und Mästung von Vieh. Die Arbeitslöhne stehen mit dem Preis der Erzeugnisse in keinem Verhältniß; ein Arbeiter erhält zehn, ja sogar eilf Dollars monatlich, nebst Kost; während der Weizen, wie bereits gezeigt worden, nur drei Schillinge, drei Schillinge und Sechspence oder vier Schillinge, ja bisweilen nicht einmal so viel gilt. Der Ertrag wird wenig oder nicht mit der Auslage verglichen, welche die Bestellung des Bodens erheischt, übrigens bringt das Land auch nicht den großen Ueberfluß hervor, den Manche von neu urbar gemachtem Boden zu erwarten pflegen. Der Ertrag muß indeß, je nach Lage und Fruchtbarkeit der Felder, die in der Regel in der Nähe der Flüsse und Seen weniger productiv sind, als etwas weiter davon entfernt, weil der Boden daselbst entweder morastig oder steinig, mit Fichten oder mit Kalkstein- und Granit-Blöcken bedeckt, und der Unterboden arm und sandig ist, verschieden ausfallen.

Dies ist der Fall an den kleinen Seen und an den Ufern des Otanabee; die davon entfernt liegenden Parcellen sind gemeiniglich von weit bessrer Beschaffenheit, sie tragen hartes Holz, z. B. Eichen, Ahorn, Buchen, Eisenholz u. s. w., welche Bäume stets einen fruchtbarern Boden verrathen, als die Familie der Nadelhölzer.

Trotz der geringeren Boden-Beschaffenheit wird beim Ankauf von Land doch ein Wasser-Vordergrund als eine Sache von großer Wichtigkeit betrachtet; und Parcellen mit Wasser-Benutzung stehen gewöhnlich in weit höherem Preise als solche, die weiter davon entfernt sind. Erstere sind im Allgemeinen im Besitz der Ansiedler höheren Ranges, die noch etwas extra für eine gute Lage und die Aussicht künftiger Verschönerungen, wenn das Land sich unter einem höheren Cultur-Grad befinden und dichter bevölkert sein wird, zahlen können.