2. Stenopora ovata sp. n.
Verzweigt, Zweige oval; Röhren verhältnismäszig kurz, Divergenz bedeutend; Mündungen rund; Contracturen oder Unregelmäszigkeiten im Wachsthum zahlreich.
Die Charactere dieser Species sind nur sehr unvollkommen ermittelt worden. Die Zweige sind nicht gleichförmig oval, selbst in dem, augenscheinlich nämlichen Fragment. Die Röhren divergirten schnell der Linie der gröszeren Axe entlang und hatten nur ein beschränktes verticales Wachsthum. Ihre Abgüsse bieten eine schnelle Aufeinanderfolge von Unregelmäszigkeiten der Entwickelung dar. Die Mündungen waren, so weit dies ermittelt werden konnte, rund oder leicht oval und die theilenden, tuberculirten Leisten scharf; aber in Folge des Umstands, dasz ihre äuszeren Flächen nicht exponirt waren, konnten ihre vollständigen Charactere und die vom Wachsthum abhängenden Veränderungen nicht ermittelt werden.
Die Coralle ist in einem dunklen grauen Kalkstein eingeschlossen.
1. Fenestella ampla sp. n.
Becherförmig; zellentragende Oberfläche innen; Zweige dichotom, breit, platt, dünn; Maschen oval; Zellenreihen zahlreich, selten auf zwei, abwechselnd stehende beschränkt; quere verbindende Fortsätze zuweilen zellig; innere Lage der nicht-zelligen Oberfläche sehr fasrig; äuszere Lage sehr körnig, nicht fasrig; knospentragendes Bläschen? klein.
Einige der Abdrücke dieser Coralle haben eine allgemeine Ähnlichkeit mit Fenestella polyporata, wie sie in Capitain Portlock's Report on the Geology of Londonderry, Pl. XXII. A. Fig. 1.a und 1.d. dargestellt ist; es findet sich aber keine Übereinstimmung zwischen dem Fossil von Van Diemen's Land und der Structur jener Species, wie sie auf Pl. XXII, Fig. 3 desselben Werkes, oder in Phillips' Originalfiguren, Geology of Yorkshire, Part II, Pl. I. Fig. 19, 20 gegeben ist. Eine allgemeine Ähnlichkeit besteht auch zwischen Fenestella ampla und einer Coralle, welche Murchison von dem Kohlenkalkstein von Kossatchi Datschi am östlichen Abhange der Ural-Gebirge erhalten hat; und doch besteht wiederum eine ausgesprochene Verschiedenheit in Structureinzelnheiten.
Fenestella ampla erreichte beträchtliche Dimensionen, Fragmente, wie es den Anschein hatte, von einem Exemplar bedeckten eine Fläche von 4½ bei 3 Zoll; sie bietet auch eine beträchtliche Massivheit des Umrisses dar; die Zweige hatten an den Punkten, wo sie sich dichotomisch theilten, häufig mehr als ein Zehntel Zoll in der Breite.
In der allgemeinen Erscheinung dieser Coralle herrscht eine beträchtliche Gleichförmigkeit vor; aber die Zweige variiren in der Breite, sie schwellen in der Nähe der Bifurcationen bedeutend an; nichtsdestoweniger besteht kein ausgeprägter Unterschied im Character zwischen der Basis und dem oberen Theile des Bechers, selbst in der Zahl der Zellenreihen.
Im besterhaltenen Zustande der zelligen Oberfläche, welcher beobachtet worden ist, sind die Zellenmündungen relativ grosz, rund oder oval, und werden von einem leicht erhobenen Rande bestimmt; eine wellenförmige, fadenartige Leiste windet sich zwischen ihnen hin und theilt die Zwischenräume in biscuitförmige Felder. Die unmittelbar der Bifurcation vorausgehenden Zellenreihen erheben sich zuweilen bis zu zehn, und sind nach der Trennung meist mehr als zwei. Die Mündungen der seitlichen Reihen springen in die Maschen vor; auch sind zuweilen die queren verbindenden Fortsätze zellig. Die Zwischenräume zwischen den Mündungen, ebenso wie die wellenförmigen Leisten, sind granulirt oder sehr minutiös tuberculirt. Innerlich bieten die Zellen die gewöhnliche schräge Anordnung dar, sie liegen übereinander und endigen gegen den dorsalen Theil des Zweiges plötzlich. Die vollkommenen Abgüsse der zelligen Oberfläche geben das Umgekehrte der eben angeführten Charactere, aber noch gewöhnlicher entfalten der Eindrücke kaum eine Spur von irgend einer anderen Structur als longitudinale Reihen kreisförmiger Mündungen.