Der Kaiser, immer noch zornig, verlangte, daß man Ulenspiegel vor ihn führte.
„Weshalb,“ sprach er zu ihm, „hast Du bei meiner Ankunft nicht die Trompete geblasen, da Du doch eine so scharfe Brille hast?“
So sprechend, hielt er der Sonne wegen die Hand über die Augen und blickte Ulenspiegel an.
Dieser hielt gleichermaßen die Hand über die Augen und sagte, er habe sich der Brille nicht mehr bedienen wollen, seit er bemerkt habe, wie seine Majestät durch die Finger sähe.
Der Kaiser sagte ihm, daß er gehenkt werden solle; der erste Stadtwächter sagte, das sei wohlgetan, und die Bürgermeister waren über dies Urteil so in Schrecken versetzt, daß sie kein Wort erwiderten, weder um es zu billigen, noch um Einspruch zu tun.
Der Henker und seine Büttel wurden entboten. Sie kamen mit einer Leiter und einem neuen Strick und packten Ulenspiegel am Kragen. Der schritt vor den hundert Reitern von Kornjuin einher, hielt sich ruhig und sagte seine Gebete. Aber jene verhöhnten ihn aufs bitterste.
Das Volk, welches hinterher ging, sagte:
„Es ist eine gar große Grausamkeit, einen armen Jungen um eines so leichten Fehls willen umzubringen.“
Und die Weber waren bewaffnet und in großer Zahl und sagten:
„Wir werden nicht zulassen, daß Ulenspiegel gehenkt wird; das ist gegen das Gesetz von Audenaerde.“