„Du hast es getroffen, Lamm,“ erwiderte Ulenspiegel, „aber seit ich kein Brot mehr habe, wollen die Fettammern mich nicht mehr ansehen.“
„Du wirst deren essen, Ulenspiegel,“ sagte Lamm, „und mir dienen, wenn meine Köchin Dich haben will.“
Dieweil sie gingen, zeigte Lamm dem Ulenspiegel ein schönes, artiges, zierliches Mägdlein, in Seide gekleidet, das über den Markt trippelte und Lamm mit sanften Augen anblickte. Ein alter Mann, ihr Vater, ging hinter drein mit zwei Netzen, einem mit Fischen und einem andern mit Wildbret.
„Die da“, sagte Lamm, auf sie weisend, „mache ich zu meiner Frau.“
„Ja,“ sagte Ulenspiegel, „ich kenne sie. Es ist eine Vlamländerin aus Zotteghem, sie wohnt Rue Vinave d’Isle, und die Nachbarn sagen, daß ihre Mutter an ihrer Statt vor dem Hause die Straße kehrt und daß ihr Vater ihre Hemden bügelt.“
Doch Lamm antwortete und sagte gar erfreut:
„Sie hat mich angeblickt.“
Sie kamen beide zu Lamms Haus bei der Bogenbrücke und klopften an die Tür. Eine einäugige Magd kam, ihnen zu öffnen. Ulenspiegel sah, daß sie alt, lang, hager und mürrisch war.
„La Sanginne,“ sagte Lamm zu ihr, „magst Du diesen, um Dir bei der Arbeit zu helfen?“
„Ich werde ihn auf Probe nehmen“, sagte sie.