Doch Klas faßte sie um die Hüften und küßte sie auf Wangen und Hals, oder was sonst seinem Munde am nächsten war. Dann sprach er:

„Den Rest, ihr Schätzchen, den Rest fordert von Eurem Liebsten“.

Und sie gingen laut lachend von dannen.

Die Kinder kannten Klas an seiner derben Stimme und am Klappern seiner Schuhe. Sie liefen ihm entgegen und sprachen:

„Guten Abend, Kohlenträger!“

„Gott gebe Euch ein gleiches, Ihr Engelein“, sprach Klas. „Doch kommt mir nicht nahe, auf daß ich Euch nicht zu Mohrenkindern mache“.

Doch die Kleinen waren keck und kamen heran. Da griff er eines am Wams, rieb das rosige Mäulchen mit seinen Händen ein und ließ das Kind, welches trotzdem lachte, zur großen Freude aller andern entlaufen.

Soetkin, Klasens Frau, war ein braves Weib, früh auf wie das Morgenrot und emsig wie eine Ameise.

Klas und sie bestellten zu zweit ihre Felder und spannten sich gleich Ochsen vor den Pflug. Gar mühevoll war das Ziehen, doch noch schwerer die Egge, wenn das ländliche Werkzeug mit seinen hölzernen Zähnen die harten Schollen zerreißen sollte. Sie taten es gleichwohl fröhlichen Mutes und sangen ein altes Liedchen dabei.

Und es half der Erde nichts hart zu sein; umsonst warf die Sonne ihre heißesten Strahlen auf sie. Und ob sie auch ihre Lenden grausam anstrengen mußten, wenn sie mit gebogenen Knien die Egge schleppten: sobald sie stillhielten und Soetkin ihr sanftes Antlitz zu Klas wandte, und Klas küßte diesen Spiegel einer zärtlichen Seele, so vergaßen sie der großen Mühsal.