Indessen waren die bösen Tage wiedergekehrt. Klas arbeitete traurig allein auf dem Felde, denn es war nicht Arbeit für zwei. Soetkin blieb allein in der Hütte und bereitete die Bohnen, ihre tägliche Speise, auf jegliche Art zu, um ihrem Manne Lust zum Essen zu machen. Und sie sang und lachte, damit er sich nicht grämte, sie traurig zu sehen. Der Storch stand auf einem Bein, den Schnabel im Gefieder, neben ihr.
Ein Mann zu Pferde hielt vor der Hütte still; er war schwarz gekleidet, sehr hager und hatte eine sonderlich traurige Miene.
„Ist jemand drinnen?“ fragte er.
„Gott segne Eure Schwermut, aber bin ich ein Geist, daß Ihr mich hier sehet und fragt, ob jemand daheim sei?“
„Wo ist Dein Vater?“ fragte der Reiter.
„Wenn mein Vater Klas heißt, so ist er dort unten, und Du siehst ihn Korn säen.“
Der Reiter ging und Soetkin desgleichen, betrübten Herzens, denn sie mußte zum sechsten Male Brot vom Bäcker holen, ohne zu zahlen. Da sie mit leeren Händen zurückkehrte, sah sie voller Staunen, wie Klas stolz und triumphierend heimkehrte auf dem Pferde des schwarzgekleideten Mannes, welcher zu Fuß neben ihm schritt und es am Zügel führte. Klas stützte einen ledernen Sack, der wohlgefüllt schien, stolz auf seinen Schenkel.
Beim Absteigen umarmte er den Mann, schlug ihm fröhlich auf die Schulter und rief, den Sack schüttelnd:
„Es lebe mein Bruder Jobst, der gute Einsiedel! Gott erhalte ihn in Freude, Leibesfülle, Frohsinn und Gesundheit! Siehe, er ist der Jobst des Segens, des Überflusses und der fetten Suppen! Der Storch hat nicht gelogen!“ Und er setzte den Sack auf den Tisch.
Da sagte Soetkin voller Harm: „Mann, wir werden heute nicht essen, der Bäcker wollte mir kein Brot geben.“