Da Ulenspiegel lange Zeit gewandert war, hatte er blutende Füße und begegnete im Bistum Mainz einem Planwagen mit Pilgern, der brachte ihn bis nach Rom.

Als er in die Stadt einfuhr und vom Wagen stieg, erblickte er auf der Schwelle einer Herbergstür ein artiges Weiblein, welches lächelte, da es sah, wie er es anschaute.

Diese holde Laune zu seinen Gunsten deutend, sprach er:

„Wirtin, willst Du dem pilgernden Pilger Obdach geben? Denn ich bin der Entbindung nahe und werde mit dem Erlaß meiner Sünden niederkommen.“

„Wir geben Obdach allen, die uns zahlen.“

„Ich habe hundert Dukaten in meiner Geldkatze,“ versetzte Ulenspiegel, der nur einen hatte, „und ich will den ersten draufgehen lassen und mit Dir eine Flasche alten römischen Weins trinken.“

„Der Wein ist an diesen heiligen Orten nicht teuer“, erwiderte sie. „Tritt ein und trinke für einen Soldo.“

Sie tranken so lange mitsammen und leerten unter artigen Reden so viele Flaschen, daß die Wirtin ihrer Magd heißen mußte, an ihrer Statt den Kunden zu trinken zu geben. Sie und Ulenspiegel zogen sich derweil in ein Hintergemach zurück, das mit Marmelstein ausgelegt und kalt wie der Winter war.

Den Kopf auf seine Schulter neigend, fragte sie ihn, wer er wäre. Ulenspiegel gab diese Antwort: